Dissertation: Metaphorisches Lernen in erlebnispädagogischen Szenarien

Metaphorisches Lernen in erlebnispädagogischen Szenarien

Eine Untersuchung über handlungsorientierte Lehr-Lern-Prozesse

EUB. Erziehung – Unterricht – Bildung, Band 86

Hamburg 2000, 598 Seiten
ISBN 978-3-8300-0260-4 (Print)

Angst, Erlebnispädagogik, Handlungslernen, Lerntheorie, Metapher, Metapherntheorie, Outdoor Training, Pädagogik, Sportpädagogik

Zum Inhalt

Von A wie Abseilen bis Z wie Zeltbau erstreckt sich das Spektrum der Handlungsformen einer Pädagogik, die sich unter dem Schlagwort „Erlebnis“ mittlerweile auch in Deutschland unter den pädagogischen Richtungen etabliert hat. Gleichwohl bleibt die Frage akut, ob und wie jemand beim Klettern oder Kajakfahren etwas anderes, weitergehendes lernt als eben Klettern oder Kajakfahren.

Ging etwa Kurt Hahn in den Anfangszeiten noch davon aus, die Natur habe per se eine heilkräftige Wirkung auf die körperlich und moralisch erschlafften Städter, so hat sich das reflexive Instrumentarium im Zusammenhang mit einer umfassenden Transferdiskussion in den letzten Jahren erheblich geschärft. Metaphorisches Lernen ist hier ein zentraler und zugleich umstrittener Begriff.

Das Lehren und Lernen mit Metaphern wurde aus den USA in die deutsche Erlebnispädagogik importiert. Missverständnisse zwischen den mentalen Kontinenten wurden dabei ebenso übersehen wie konkurrierende Ansätze aus Europa. Eine Auseinandersetzung mit den theoretischen Grundlagen des metaphorischen Lernens und eine darauf aufbauende Methodik und Ethik ist in der Fachdiskussion überfällig. Diese Lücke schließt dieses Buch. Dabei wird ein eigener Ansatz verfolgt: An die Stelle der Metaphern, die von Trainer/innen konstruiert wurden, treten die Metaphern, die die Teilnehmer/innen mitbringen und im Hier und Jetzt ausagieren.

Dieses an der eigenen Praxis entwickelte und in zahlreichen Beispielen erläuterte Lernkonzept setzt seine Akzente im Bereich der Ästhetik. Denn Wahrnehmen mit allen Sinnen ist Grundvoraussetzung des Lernens. Und zudem gilt in postmodernen Zeiten, dass Ästhetik die Ethik von morgen ist. Offenes metaphorisches Lernen mit ästhetischem Sinn ist zugleich an lerntheoretischen Erfordernissen orientiert und stellt sich den pädagogischen Herausforderungen der individualisierten und pluralisierten Gesellschaft.

Das Buch richtet sich an Theoretiker/innen und Praktiker/innen des handlungsorientierten Lernens, an Erlebnis- und Sportpädagog/innen und an Vertreter/innen der praktischen Philosophie mit Interesse für die praktische Relevanz von Metapherntheorien.



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