Dissertation: Zukunftsfähigkeit von genossenschaftlichen Primärbanken in Deutschland

Zukunftsfähigkeit von genossenschaftlichen Primärbanken in Deutschland

Finanzmanagement, Band 2

Hamburg 2000, 382 Seiten
ISBN 978-3-8300-0180-5

Betriebsgröße und Fusionen, Betriebswirtschaftslehre, genossenschaftliche Mitgliedschaft, Genossenschaftsbanken in Deutschland, Outsourcing, Strategische Planung, Strategisches Marketing, Zukunftsfähigkeit

Zum Inhalt

Ziel dieser Studie ist die Ermittlung der Zukunftsfähigkeit der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Deutschland. Um diesen normativen Wert zu identifizieren, ist es notwendig, die relevanten Erfolgsfaktoren zu bestimmen. 312 Verantwortungsträger von Volksbanken und Raiffeisenbanken wurden im Rahmen dieser Studie zur Wichtigkeit von Erfolgsindikatoren befragt.

Durch die Erkenntnis, dass die Kundenzufriedenheit in den nächsten Jahren immer wichtiger wird, muss die Genossenschaftsbank durch „begeisternden“ Service und „faire“ Beratungskompetenz ihre Kunden an sich zu binden suchen. Die Führungskräfte einer Genossenschaftsbank haben aus diesen Gründen vor allem die Aufgabe, die Mitarbeiter als Coach und Spielertrainer zu führen und die Ziele einer hohen Kundenkontaktqualität und Problemlösungskompetenz durch den Aufbau einer „Service- und Leistungskultur“ zu unterstützen. Die „Virtuelle Holding“ kann dabei die überlegene Form der strategischen Netzwerke unterstützen und die Penetrationsgeschwindigkeit strategischer Entscheidungen im genossenschaftlichen Finanzverbund steigern helfen. In diesem Kontext wird die Bedeutung der genossenschaftlichen Zentralbanken für die Primärstufe an Bedeutung weiter zunehmen, die Regionalverbände dürften dagegen eher einer unter vielen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und Seminaranbieter werden.

Im Szenario eines physischen Rückzugs der Geschäftsbanken aus der Fläche als Folge von Konzentrationsbestrebungen wird den regional tätigen Banken und Sparkassen eine wichtige Rolle im Wettbewerb um den mittelständischen Privat- und Gewerbekunden zukommen. Neben den als Global-Player auftretenden internationalen Bankkonzernen werden auch diejenigen regional tätigen Institute künftig ihren Platz in der Bankenwelt finden, die eine rentable Nische für sich zu nutzen wissen. Um den Kundenwünschen gerecht werden zu können, müssen die Genossenschaftsbanken das „Multiple-Channel-Banking“ favorisieren und damit im Rahmen einer Baukasten-Lösung den Kundenkomfort weiter erhöhen. Dies bedeutet einerseits, in den Ausbau des Direktbanking zu investieren, andererseits Kleinst-Zweigstellen zu schließen bzw. in Selbstbedienungsfilialen umzubauen. Die Shop-in-Shop-Bankzweigstelle wird dabei künftig an Bedeutung weiter zunehmen.

Durch die technologischen Möglichkeiten - insbesondere in Folge der Internet-Revolution - werden die kleineren und flexibleren Einheiten durch die Dezentralisierung und Entmonopolisierung der Information auf der Gewinnerseite stehen. Der einzelnen Volksbank oder Raiffeisenbank dürfte durch diese Entwicklung sowohl auf der Konsumptions- als auch auf der Produktionsseite völlig neue Möglichkeiten eröffnet werden. Auch deshalb wird künftig die Größe einer Genossenschaftsbank nur noch eine untergeordnete Rolle spielen.



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