Dissertation: Das Sick-Building-Syndrom

Das Sick-Building-Syndrom

unter besonderer Berücksichtigung des Einflusses von Mobbing

HIPPOKRATES – Schriftenreihe Medizinische Forschungsergebnisse, Band 55

Hamburg , 230 Seiten

ISBN 978-3-8300-0130-0 (Print)

Zum Inhalt

Besonders seit den 70er und 80er Jahren nimmt in Deutschland, aber auch weltweit, die Klimatisierung von Gebäuden zu. In diesem Zuge klagen die Beschäftigten auch häufig über körperliche Beschwerden, Befindlichkeitsstörungen sowie Beeinträchtigungen in der Leistungsfähigkeit. Diese auch als „Sick-Building-Syndrom“ (SBS) bezeichneten Beschwerden können zu Fehlzeiten am Arbeitsplatz führen (Absentismus) und haben somit betriebs- und volkswirtschaftliche Konsequenzen.

SBS kann sich in einer Vielfalt sensorischer, psychischer und körperlicher Symptome äußern. Als Verursacher dieser Beschwerden werden zahlreiche Faktoren von physikalischen über mikrobiologische bis hin zu psychischen Einflüssen diskutiert. Bis heute ist jedoch die genaue Ätiologie ungeklärt. Aus diesem Grund hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung 1994 eine „Untersuchung zu positiven und negativen Wirkungen von raumlufttechnischen Anlagen auf Befindlichkeit, Gesundheit und Leistungsfähigkeit“ (ProKlimA-Projekt) für einen Zeitraum von 4 Jahren gefördert. Die Studie von Sylvia Mackensen von Astfeld berichtet über einen Teil dieser multizentrischen Längsschnittsuntersuchung und erfasst zusätzlich den Einfluss von psychosozialen Variablen, speziell Mobbing, als Mediatorvariable auf das SBS.

Wie erste Analysen aus dem ProKlimA-Projekt gezeigt haben, können durch psychosoziale Variablen bis zu 48% der Varianz von Befindlichkeitsstörungen erklärt werden. Die Ergebnisse legen nahe, dass die Belastungen, die mit dem Arbeitsplatz einhergehen, eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des SBS spielen. Die Beziehungen am Arbeitsplatz können belastet sein, indem eine Person von einer anderen schikaniert und benachteiligt wird. Kommen diese Drangsalierungen oft und über einen längeren Zeitraum vor, so spricht man von „Mobbing“. Mobbing ist ein bedeutender Stressor am Arbeitsplatz und kann bei langandauernder Exposition zu sogenannten posttraumatischen Belastungsstörungen führen. Die Studie geht davon aus, dass bei Personen, die als gemobbt eingestuft werden, die Wahrscheinlichkeit, SBS-Beschwerden zu bekommen, erhöht ist, möglicherweise aufgrund sensiblerer Reaktionsweisen der Betroffenen auf ihre Umwelt.

Das Anliegen der Autorin ist es, die Prävalenz von Befindlichkeitsstörungen im Sick-Building-Komplex in den untersuchten Gebäuden aufzuzeigen und den Einfluss psychosozialer Determinanten für die Erklärung von Befindlichkeitsstörungen unter Einbeziehung der Einflussgröße Mobbing zu untersuchen. Zunächst wird die Prävalenz von Mobbing aufgezeigt, dann werden Unterschiede zwischen gemobbten und nicht gemobbten Personen im Hinblick auf die Befindlichkeit und psychosoziale Situation dargestellt. In Regressionsmodellen und Pfadanalysen wird der Einfluss von Mobbing als „intervenierende Variable“ auf das Sick-Building-Syndrom untersucht.

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