Forschungsarbeit: Das alte Vaterunser in neuer Textform - für den kritischen Beter heute

Das alte Vaterunser in neuer Textform - für den kritischen Beter heute

Ein hermeneutisch-rhetorischer Versuch

THEOS – Studienreihe Theologische Forschungsergebnisse, Band 36

Hamburg , 166 Seiten

ISBN 978-3-8300-0116-4 (Print)

Zum Inhalt

Auf der Grundlage der heutigen, ausführlich dargestellten Vaterunser-Theologie verfolgt die primär textwissenschaftlich angelegte Studie unter Einbeziehung der Nachbardisziplinen Rhetorik, Stilistik, Lexemik, Metrik, Altphilologie und Textlinguistik, aber auch aus dem Aspekt reproduktiver Sprachgestaltung heraus, ein dreifaches Ziel:

1.) Die gedanklich-hermeneutische Deutung des Vaterunser aus einer theologieübergreifenden Perspektive und mit heutigen Rezeptionskategorien - für den kritischen Christen unserer Zeit;

2.) Die stilistisch-rhetorische Aufbereitung des Textes von einer didaktischen Gebetsanleitung Jesu bei Matthäus und Lukas zu einem virtuellen Gebet - für den aufrichtigen Beter unserer Tage;

3.) Die sprachlich-verbale Anhebung des alten Vaterunser-Wortlautes auf Vokabular und Syntax des Gegenwartsdeutschen - für den sprachgebildeten Sprecher heute.

Ausschlaggebend für den neuen Gebetswortlaut ist daher nicht mehr die enge und allzu ängstliche Anlehnung Wort für Wort (vocaliter) an die lateinische bzw. griechische Textvorlage, wie weitestgehend noch der Fall im heutigen Vaterunser (= Pater noster), sondern

a) Das Auf- und Nachspüren der geistigen Aussage-Intention des Gebetstextes (realiter). Es erfolgt hier semiotisch über De- und Konnotationen der Wortzeichen sowie hermeneutisch vom Kontext des Neuen Testaments und der jüdischen Gebetstraditionen her.

b) Die Ausrichtung auf die vorgegebene Sprachstruktur des heutigen Deutsch in einer gebetsrhetorisch sublimierten Diktion.

Dabei behält die auch als Paradigma für weitere Neuauflagen tradierter religiöser Texte gedachte Fallstudie ihr Grundproblem stets im Auge: Einerseits die retrospektiv orientierte Forderung nach sakralisierender Firmierung eines so gewichtigen Gebetswortlautes wie des Pater-noster, kult- und gattungsspezifisch - andererseits der gegenwärtig ausgerichtete Appell an die unmittelbare Evokation des betenden, pneumatisch internalisierend. Ein sprachlich obsoleter bzw. formelhaft erstarrter Gebetstext, der deswegen für einen modernen Gläubigen innerlich nur mühsam nachvollziehbar und somit der Gefahr des ableiernden „Nachbetens“ ausgesetzt ist, muss folglich nach Wortschatz und Stil so weit erneuert werden, dass er ohne Bruch mit der alten Aussage-Substanz den heutigen Beter wiederum religiös ergreifen kann.

Für eine solche Erneuerung und Reinigung des Textes von alter Sprachschlacke ist in der Zeit interdisziplinärer Forschung nicht mehr allein der Theologie zuständig, sondern ebenso der Sprach- bzw. Textwissenschaftler sowie der reproduktive Sprachgestalter.

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