Rainer Hillenbrand
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Studien zur deutschen Dichtung zwischen Romantik und Realismus
Aufsätze über Ludwig Tieck, Zacharias Werner, Heinrich von Kleist, Carl Wilhelm Contessa, Joseph von Eichendorff, Franz Kugler, Franz Freiherrn Gaudy, Johann Hermann Detmold und Eduard Mörike
Hamburg 2026, 430 Seiten
Zum Inhalt
Diese Sammlung literarhistorischer Aufsätze beschreibt den Übergang von der Romantik über Biedermeier und Vormärz bis zu den Anfängen des Poetischen Realismus. Dieser Übergang findet nicht erst in der Abfolge der Generationen, sondern schon in den jeweiligen Dichtern und Texten selbst statt.
In den späten Novellen Tiecks und in den Werken Kleists, Contessas, Gaudys, Kuglers und Mörikes läßt sich eine individuelle Ausbalancierung des Romantischen, Klassischen und Realistischen feststellen. Die späte Romantik hat schon viel Realismus und der frühe Realismus noch viel Romantik in sich. Damit sollen nicht die Unterschiede geleugnet, sondern die Zusammenhänge betont werden. Es bleiben noch genügend Streitpunkte in der Begründung ästhetischer Bedeutung und ethischer Werte auf religiös-transzendenter oder weltlich-immanenter Grundlage.
Kleists poetischer Wille zur Sinnstiftung im Kampf gegen das Häßliche, Böse und Falsche und Eichendorffs religiöse Abgrenzung von Goethe zeigen verschiedene Ausprägungen der Romantik, wohingegen Eichendorffs Verhältnis zu Kugler den Übergang zu frührealistischem Denken und Gestalten verdeutlicht, das bei Kugler eng mit kulturellen und politischen Reformideen verknüpft ist. Gaudy kann in seiner Auseinandersetzung mit Kugler als Beispiel für schwer zu klassifizierende Einzelgänger gelten.
Daß man sich bei der Beurteilung von Literatur vor weltanschaulichen Stereotypen und schematischen Zuordnungen hüten muß, beweist am besten die Arbeit über den reaktionären Heinefreund Detmold; und Mörikes poetisches Meisterwerk mit theologisch-philosophischem Tiefgang veranschaulicht die Einzigartigkeit großer Dichtung.
In der Abfolge dieser zugleich repräsentativen und eigenartigen Dichter des frühen 19. Jahrhunderts läßt sich die schwierige Verbindung zeittypischer Färbung und persönlicher Charakteristik erkennen, die in jedem Falle eine textnahe Betrachtung und unbefangene Beurteilung verlangt, wobei die Erschließung neuer Quellen hilfreich ist.
Bibliografische Daten
| Autor | Rainer Hillenbrand |
| Titel | Studien zur deutschen Dichtung zwischen Romantik und Realismus |
| Untertitel | Aufsätze über Ludwig Tieck, Zacharias Werner, Heinrich von Kleist, Carl Wilhelm Contessa, Joseph von Eichendorff, Franz Kugler, Franz Freiherrn Gaudy, Johann Hermann Detmold und Eduard Mörike |
| Seiten | 430 |
| Erscheinungsjahr | 2026 |
| Ort | Hamburg |
| ISBN (Print) | 978-3-339-15162-9 |
| eISBN (eBook) | 978-3-339-15163-6 |
| Schriftenreihe | Studien zur Germanistik |
| Band | 121 |
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