Zum Inhalt
Eine Kritik der Politischen Ökonomie des Neoliberalismus, die metakritisch die dialektische Kritik der Politischen Ökonomie von Marx und die dialektische Theorie der Gesellschaft von Horkheimer, Adorno und Marcuse als aufklärende Kritik der neoliberalen Weltordnung ausarbeitet, steht aus.
Die Marx’sche Kritik schien 1933, mit dem „Sieg der Mystik der Nationalsozialisten“ über den „wissenschaftlichen Sozialismus“ (Reich), obsolet. Die Krise von 1929/33 gebar nicht, wie erwartet, die „Revolution von links“, sondern die „Revolution von rechts“, die „deutsche Revolution“ (Freyer; Schmitt). Die „Barbarei“, so schien es, ließ sich mit der Kritik der Politischen Ökonomie von Marx nicht begreifen. Zwar erwartete die von Horkheimer, dann von Adorno und Marcuse entwickelte Kritische Theorie der Gesellschaft noch um 1933/35 die Verwirklichung des „Vereins freier Menschen“ durch Planwirtschaft und „Beherrschung der Natur in und außer uns“. Spätestens im September 1939, im Essay über Die Juden und Europa, entzaubert die Kritische Theorie die Lehre von den befreienden, die Fesseln der Produktionsverhältnisse sprengenden, Produktivkräften. Die Kritische Theorie der Gesellschaft verabschiedet sich von der Kritik der Politischen Ökonomie. Nach 1939/44 stellen Horkheimer, Adorno und Marcuse die Kritik auf die utopischen Potentiale des Mythos, des Judentums, der Kunst, der Triebstruktur des Menschen. Schon für die Kritische Theorie gilt Adornos Reflexion, vorgetragen auf dem 16. Deutschen Soziologentag 1968: „Die Irrationalität der gegenwärtigen Gesellschaftsstruktur verhindert ihre rationale Entfaltung in der Theorie.“ Die Kritische Theorie wird, in diesem Kontext, blind für Fragen einer Kritik der Politischen Ökonomie des Staatskapitalismus, noch mehr für eine Kritik der Politischen Ökonomie des Neoliberalismus. Das gilt auch für die Neue Marx Lektüre, die durch Philologie das Werk von Marx in das Museum der Theoriegeschichte stellt.
Fällig ist, in diesem gesellschaftlichen und theoretischen Kontext, der Versuch, durch eine geschichtsphilosophische Erinnerung die Aussicht auf die Verwirklichung der Vernunft darzulegen. Durch die Metakritik des politisch-ökonomischen Analphabetismus der Kritischen Theorie der Gesellschaft und der Neuen Marx Lektüre ist eine Kritik der politischen Ökonomie der neoliberalen Weltordnung zu entwickeln, die die Erfahrungsgehalte der Lehren von Marx und Engels, von Lukács und Korsch, von Horkheimer, Adorno und Marcuse aufnimmt.
Bibliografische Daten
| Autor | Gerhard Stapelfeldt |
| Titel | Neoliberale Weltordnung – Genese, Vollendung und Selbstzerstörung der Globalisierung |
| Untertitel | Aufsätze und Vorträge zur Kritik der ökonomischen Rationalität III |
| Seiten | 508 |
| Erscheinungsjahr | 2026 |
| Ort | Hamburg |
| ISBN (Print) | 978-3-339-15144-5 |
| eISBN (eBook) | 978-3-339-15145-2 |
| Schriftenreihe | KRITIK UND REFLEXION – Interdisziplinäre Beiträge zur kritischen Gesellschaftstheorie |
| Herausgeber | Prof. Dr. Gerhard Stapelfeldt |
| Band | 27 |
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[…] Was Stapelfeldts monumentale Abhandlung über die Kapitalistische Weltökonomie meilenweit aus anderen Veröffentlichungen zum Thema heraushebt, ist […]
Der Imperialismus – Krise und Krieg 1870/73 bis 1918/29
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