Amir Ata Katanbafteh Anforderungen an die behördliche Anordnung von Ermittlungsmaßnahmen bei einfachgesetzlichen Richtervorbehalten
Eine Untersuchung unter Heranziehung höchstrichterlicher Entscheidungen bezüglich der (Wohnungs-)Durchsuchungsanordnung
Hamburg 2026, 244 Seiten
Zum Inhalt
In der Strafverfolgung zählt oft jede Minute. Wenn es schnell gehen muss, greift eine juristische Klausel mit enormer Tragweite: „Gefahr im Verzug“. Sie erlaubt es den Strafverfolgungsbehörden, in Notsituationen ohne das vorherige „Okay“ eines Richters zu handeln.
In seiner wegweisenden Rechtsprechung zum Grundrecht der Unverletzlichkeit der Wohnung (Art. 13 GG) hat das Bundesverfassungsgericht der Praxis längst enge Grenzen gesetzt. Eine Wohnungsdurchsuchung ohne Richter bleibt die absolute Ausnahme. Doch die Kriminalität von heute spielt sich nicht mehr nur in Wohnzimmern ab. Sie ist digital, mobil und oft unsichtbar. Die Strafverfolgungsbehörden reagieren darauf mit modernsten Methoden: Telefonüberwachung, der Einsatz Verdeckter Ermittler oder die wochenlange, lückenlose Observation stehen auf der Tagesordnung. Genau an dieser Schnittstelle setzt diese Forschungsarbeit an. Sie stellt die entscheidende Frage: Lassen sich die strengen Anforderungen, die das Verfassungsgericht für die Wohnungsdurchsuchung entwickelt hat, einfach eins zu eins auf moderne, oft viel subtilere Ermittlungsmaßnahmen übertragen?
Die Untersuchung zeigt, dass eine pauschale Gleichbehandlung aller Ermittlungsmaßnahmen nicht funktioniert. Wir brauchen einen differenzierten Blick, der sich strikt an der tatsächlichen Eingriffstiefe einer Maßnahme orientiert. Die Arbeit verdeutlicht beispielsweise auch, warum das heimliche Abhören eines Telefons oder das Einschleusen verdeckter Fahnder die private Lebensgestaltung oft viel tiefer erschüttern als eine geöffnete Haustür.
Das Buch bleibt dabei nicht in der Theorie stecken. Es beschäftigt sich auch mit potenziellen Lösungen für die Zukunft der Praxis: Wie können Justizverwaltungen durch Dienstpläne und moderne Technik echte, flächendeckende Bereitschaftsdienste garantieren, damit zu jeder Tages- und Nachtzeit ein Richter erreichbar ist? Wie kann der gesetzliche Rahmen angepasst werden, damit die Eilkompetenz der Behörden nicht missbraucht wird?
Bibliografische Daten
| Autor | Amir Ata Katanbafteh |
| Titel | Anforderungen an die behördliche Anordnung von Ermittlungsmaßnahmen bei einfachgesetzlichen Richtervorbehalten |
| Untertitel | Eine Untersuchung unter Heranziehung höchstrichterlicher Entscheidungen bezüglich der (Wohnungs-)Durchsuchungsanordnung |
| Seiten | 244 |
| Erscheinungsjahr | 2026 |
| Ort | Hamburg |
| ISBN (Print) | 978-3-339-15062-2 |
| eISBN (eBook) | 978-3-339-15063-9 |
| Schriftenreihe | Schriften zum Strafprozessrecht |
| Band | 43 |
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