Paul Martin und Lutz Seidel Autistische Geschlechtsidentität
Perspektiven auf Wahrnehmung, Körper und soziale Ordnung
Hamburg 2026, 338 Seiten
Zum Inhalt
Autistische Geschlechtsidentität entsteht im Zusammenspiel von Wahrnehmung, Körper und sozialer Ordnung. Dieses Buch zeigt, wie sensorische Besonderheiten, interozeptive Intensität und kulturelle Normen miteinander verflochten sind. Es entwickelt ein Modell mit drei Achsen – Körpererleben, soziale Lesbarkeit und kulturelle Deutungsordnungen – und beschreibt, wie diese Ebenen geschlechtliche Selbstwahrnehmung strukturieren.
Der Band verbindet neurodivergente Perspektiven mit kulturwissenschaftlichen Analysen. Er zeigt, warum autistische Menschen in Studien häufiger genderdiverse Selbstbeschreibungen wählen und wie soziale Erwartungen, Diagnostik und kulturelle Kategorien diese Erfahrungen beeinflussen. Dabei wird deutlich, dass geschlechtliche Identität nicht nur individuell entsteht, sondern in sozialen und historischen Rahmenbedingungen verankert ist.
Das Buch richtet sich an Forschende, Fachpersonen und alle, die die Verbindung von Autismus und Geschlecht differenziert verstehen wollen. Es bietet ein präzises analytisches Modell, das neue Zugänge zu klinischen, sozialen und politischen Fragen eröffnet.
Bibliografische Daten
| Autor:innen | Paul Martin und Lutz Seidel |
| Titel | Autistische Geschlechtsidentität |
| Untertitel | Perspektiven auf Wahrnehmung, Körper und soziale Ordnung |
| Seiten | 338 |
| Erscheinungsjahr | 2026 |
| Erscheinungsdatum | 07.07.2026 |
| Ort | Hamburg |
| ISBN (Print) | 978-3-339-15030-1 |
| eISBN (eBook) | 978-3-339-15031-8 |
| Schriftenreihe | Schriftenreihe Gesundheitswissenschaften |
| Band | 41 |
Zu den Personen

Lutz Seidel und Paul Martin begleiten sich seit acht Jahren als neurodivergente Menschen. Trotz eines Altersunterschieds von fast vier Jahrzehnten verbindet sie eine tiefe Freundschaft und ein gemeinsamer Zugang zu Wahrnehmung, Identität und gesellschaftlichen Ordnungen. Ihre Zusammenarbeit entstand aus dem Austausch über eigene Erfahrungen und entwickelte sich zu einem langfristigen wissenschaftlichen Projekt.
Lutz Seidel, Jahrgang 1970, forscht unabhängig in den Bereichen Kulturwissenschaft, Substanzgebrauch, Psychologie und Physik. Sein Schwerpunkt liegt auf der Analyse sozialer Normen, Wahrnehmungsdifferenzen und kultureller Kategorien. Paul Martin, Jahrgang 2007, bringt als junger Forscher eine außergewöhnliche analytische Klarheit und ein tiefes Spezialinteresse für Neurobiologie, Geschlecht und neurodivergente Wahrnehmung ein. Er ist federführend für die biologischen und geschlechtertheoretischen Teile der Trilogie verantwortlich.
Die drei Bände entstanden aus der Verbindung ihrer unterschiedlichen Perspektiven. Seidel und Martin zeigen, wie Autismus, Substanzgebrauch und geschlechtliche Identität nicht isoliert verstanden werden können, sondern in einem Gefüge aus Körpererleben, Wahrnehmung, sozialer Lesbarkeit und kulturellen Deutungsordnungen entstehen. Ihre gemeinsame Arbeit ermöglicht einen breiten, interdisziplinären Blick, der theoretische Tiefe mit persönlicher Erfahrung verbindet.
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