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Coverabbildung: Forschungsarbeit, „Autismus als kulturelle Kategorie“ von Lutz Seidel und Paul Martin

Lutz Seidel und Paul Martin Autismus als kulturelle Kategorie

Diagnostik, Identität und gesellschaftliche Ordnung

Hamburg 2026, 166 Seiten

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Zum Inhalt

Autismus wird häufig als medizinische Diagnose verstanden. Doch dieses Buch zeigt, dass Autismus weit mehr ist: eine kulturelle Kategorie, die Wahrnehmung, Normalität und Abweichung ordnet. Es untersucht, wie Gesellschaften festlegen, was als typisch, verständlich oder problematisch gilt. Dabei wird deutlich, dass Diagnosen nicht nur beschreiben, sondern auch formen, wie Menschen sich selbst und andere wahrnehmen.

Das Buch verbindet kulturwissenschaftliche, soziologische und diagnostische Perspektiven. Es zeigt, wie Sprache, Institutionen und historische Entwicklungen bestimmen, welche Erfahrungen sichtbar werden und welche unsichtbar bleiben. Autistische Menschen bewegen sich in einem Spannungsfeld aus medizinischen Zuschreibungen, gesellschaftlichen Erwartungen und eigenen Formen der Selbstbeschreibung. Diese Dynamik macht Autismus zu einem kulturellen Phänomen, das ständig neu verhandelt wird.

Der Band bietet eine klare Analyse der Strukturen, die Autismus definieren und begrenzen. Er zeigt, wie kulturelle Normen beeinflussen, wer als autistisch gilt, welche Unterstützung möglich ist und welche Formen von Kommunikation als kompetent anerkannt werden. Damit richtet sich das Buch an Leserinnen und Leser, die Autismus nicht nur verstehen, sondern in seinen gesellschaftlichen Zusammenhängen begreifen wollen. Es bietet neue Perspektiven für Forschung, Praxis und politische Diskussionen.

Bibliografische Daten

Autor:innen Lutz Seidel und Paul Martin
Titel Autismus als kulturelle Kategorie
Untertitel Diagnostik, Identität und gesellschaftliche Ordnung
Seiten 166
Erscheinungsjahr 2026
Ort Hamburg
ISBN (Print) 978-3-339-15026-4
eISBN (eBook) 978-3-339-15027-1
Schriftenreihe Schriftenreihe Gesundheitswissenschaften
Band 39

Zu den Personen

Portrait Lutz Seidel und Paul Martin

Lutz Seidel und Paul Martin begleiten sich seit acht Jahren als neurodivergente Menschen. Trotz eines Altersunterschieds von fast vier Jahrzehnten verbindet sie eine tiefe Freundschaft und ein gemeinsamer Zugang zu Wahrnehmung, Identität und gesellschaftlichen Ordnungen. Ihre Zusammenarbeit entstand aus dem Austausch über eigene Erfahrungen und entwickelte sich zu einem langfristigen wissenschaftlichen Projekt.

Lutz Seidel, Jahrgang 1970, forscht unabhängig in den Bereichen Kulturwissenschaft, Substanzgebrauch, Psychologie und Physik. Sein Schwerpunkt liegt auf der Analyse sozialer Normen, Wahrnehmungsdifferenzen und kultureller Kategorien. Paul Martin, Jahrgang 2007, bringt als junger Forscher eine außergewöhnliche analytische Klarheit und ein tiefes Spezialinteresse für Neurobiologie, Geschlecht und neurodivergente Wahrnehmung ein. Er ist federführend für die biologischen und geschlechtertheoretischen Teile der Trilogie verantwortlich.

Die drei Bände entstanden aus der Verbindung ihrer unterschiedlichen Perspektiven. Seidel und Martin zeigen, wie Autismus, Substanzgebrauch und geschlechtliche Identität nicht isoliert verstanden werden können, sondern in einem Gefüge aus Körpererleben, Wahrnehmung, sozialer Lesbarkeit und kulturellen Deutungsordnungen entstehen. Ihre gemeinsame Arbeit ermöglicht einen breiten, interdisziplinären Blick, der theoretische Tiefe mit persönlicher Erfahrung verbindet.

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