Michael Zieg Die Grafen von Hardeck und ihre Burg – Dichtung und Wahrheit
Ein Beitrag zur Geschichte einer sagenumwitterten Burgruine und ihrer Besitzer Herausgegeben vom Verein zur Erhaltung der Burgruine Hardeck e.V.
Hamburg 2026, 120 Seiten
Zum Inhalt
Seit dem 18. Jahrhundert streiten Rechtsgelehrte, Wissenschaftler und Laienforscher über die Frage, ob es im Raum Büdingen vor mehr als 900 Jahren „Grafen von Hardeck“ gab, ob diese die gleichnamige Burg errichteten und ob die heute in Büdingen ansässige Adelsfamilie von Ysenburg deren Nachfahre ist.
Damit einher geht seit ebenso langer Zeit die Auseinandersetzung zu der Frage, ob diese Grafen von Hardeck einen Löwen im Wappen führten. Grund für die kontroverse Erörterung dieser Fragen war die Tatsache, dass Graf Anton von Isenburg, als er im Jahr 1543 das Kloster Selbold aufhob, sich auf seine angeblichen Vorfahren „von Hardeck“ berief, die Stifter des Klosters gewesen seien. Mit der gleichen Begründung gelang es ihm im Jahr 1547, von Kaiser Karl V. eine Wappenbesserung zu erhalten, die sein Familienwappen um einen Löwen ergänzte.
Zieg stellt in der vorliegenden Arbeit zuerst die Personen vor, die zu den genannten Themen seit dem 18. Jahrhundert forschten und geht auf etwaige wirtschaftliche Abhängigkeiten dieser Wissenschaftler und Laien ein. Anschließend untersucht er die Beziehungen der Familie Isenburg zu Reichsgericht und Kloster Selbold seit dem 13. Jahrhundert auf Hinweise zu den „Hardeckern“. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Vorgängen um die Reformation des Selbolder Klosters, beginnend mit den Bauernunruhen des Jahres 1525.
Dem Autor gelingt es nachzuweisen, dass es sich bei den „Grafen von Hardeck“ um eine von Anton von Isenburg und seinen Rechtsberatern konstruierte Vorfahrenlinie handelt, die dazu diente, das Kloster Selbold aufheben und seiner Landesherrschaft eingliedern zu können. Dass Abt und Konvent des Selbolder Klosters diese angeblichen Vorfahren quasi postum als Klostergründer anerkannten, lag in ihrer vollkommenen Machtlosigkeit gegenüber dem Isenburger begründet. Den „Hardecker Löwen“ identifiziert Zieg als staufisches Amtswappen der um 1240 ausgestorbenen Herren von Büdingen, welches sich im Reichsgericht Selbold bis in das 14. Jahrhundert auf Amtssiegeln der dort ansässigen und gleichnamigen Niederadelsfamilie findet.
Abschließend erörtert Zieg ausgiebig seine Thesen zur Erbauungszeit der Hardeck, die er in den Zeitraum 1241 bis 1280 datiert. Mit der Hardeck schufen die Isenburger nach Erbauung der Ronneburg durch das Haus Hohenlohe-Brauneck vor 1258 einen ihrer Büdinger Wasserburg vorgeschobenen Beobachtungsposten, der erst 1476 entbehrlich wurde, als es den Isenburgern gelang, die Ronneburg zu erwerben. Einige Regesten zur Geschichte der heutigen Ruine runden das Werk ab.
Bibliografische Daten
| Autor | Michael Zieg |
| Titel | Die Grafen von Hardeck und ihre Burg – Dichtung und Wahrheit |
| Untertitel | Ein Beitrag zur Geschichte einer sagenumwitterten Burgruine und ihrer Besitzer Herausgegeben vom Verein zur Erhaltung der Burgruine Hardeck e.V. |
| Seiten | 120 |
| Erscheinungsjahr | 2026 |
| Erscheinungsdatum | 12.05.2026 |
| Ort | Hamburg |
| ISBN (Print) | 978-3-339-15000-4 |
| eISBN (eBook) | 978-3-339-15001-1 |
| Schriftenreihe | Studien zur Geschichtsforschung des Mittelalters |
| Band | 52 |
Erwerbungsvorschläge
Sie können Ihrer Bibliothek auch einen Erwerbungsvorschlag für dieses Buch unterbreiten.
-Import
Mit der Browser-Erweiterung Zotero Connector können Sie die auf dieser Seite hinterlegten COinS-Metadaten direkt in Ihre Literaturverwaltung übernehmen.
Weitere Exportformate für Katalogisierung und Zitation
MARC 21
BibTeX
RIS (für EndNote, Zotero, Citavi …)
Ihr Werk im Verlag Dr. Kovač
Informationen: Wir veröffentlichen Ihre wissenschaftliche Arbeit >>
