Sebastian Schreiner Kommunale Haushaltsausgleichsregelungen in Thüringen
Ziele, Ausgestaltungen und kritischer Vergleich
Hamburg 2026, 302 Seiten
Zum Inhalt
Vor dem Hintergrund aktueller Debatten über die Einführung internationaler Rechnungslegungsstandards oder wirksame Schuldenbegrenzungen scheint es notwendig, sich die Ziele, Grundsätze und Ausgestaltungen im kommunalen Haushaltsrecht zu verdeutlichen. Hierfür eignet sich der Haushaltsausgleich als die zentrale Restriktion für die kommunalen Mandatsträger und die Verwaltung.
Im Freistaat Thüringen existiert ein Optionsmodell, welches kameralen und doppischen Haushaltsausgleich als gleichberechtigt ansieht. Dabei ist fraglich, wie sich die unterschiedlichen Regelungen auf die einheitliche Regelungsabsicht, die Sicherung der stetigen und generationengerechten Aufgabenerfüllung, auswirken?
Ausgehend von theoretischen Überlegungen wird die Bedeutung von Budgetrestriktionen wie Schuldenbremse oder Haushaltsausgleich herausgearbeitet. Haushaltsdisziplin begrenzt, aber ermöglicht erst haushaltsautonomes Handeln. Darüber hinaus soll den im öffentlichen Sektor innewohnenden Tendenzen zur Fehlsteuerung entgegengewirkt werden. Für die Analyse der divergierenden Haushaltsausgleichsregelungen werden anwendbare Prüfkriterien entwickelt: Die Finalität betrachtet zunächst die Zwecke der kommunalen Haushaltswirtschaft und prüft die Passfähigkeit von Zielstellung und Rechnungslegungskonzeption. Die Stringenz blickt auf die konkrete Ausgestaltung der Haushaltsausgleichsregelungen gemäß § 22 ThürGemHV bzw. § 18 ThürGemHV-Doppik. Die Valenz untersucht die Überprüfbarkeit der Einhaltung der Regelung sowie die Durchsetzbarkeit mittels wirksamer Kontroll- und Sanktionsmechanismen.
Auch wenn die Regelungen zum doppischen Haushaltsausgleich grundsätzlich besser geeignet sind, bleiben sie doch zu wenig restriktiv. Ungeachtet des unfairen Wettbewerbes zwischen Kameralistik und Doppik, bedarf es eines höheren Maßes an Disziplinierung, um die Leistungsfähigkeit der Gemeinde für die Zukunft sicherzustellen. Normierte Erleichterungen für das Erreichen des Haushaltsausgleichs sollten entfallen.
Bibliografische Daten
| Autor | Sebastian Schreiner |
| Titel | Kommunale Haushaltsausgleichsregelungen in Thüringen |
| Untertitel | Ziele, Ausgestaltungen und kritischer Vergleich |
| Seiten | 302 |
| Erscheinungsjahr | 2026 |
| Ort | Hamburg |
| ISBN (Print) | 978-3-339-14946-6 |
| eISBN (eBook) | 978-3-339-14947-3 |
| Schriftenreihe | Schriften zum Betrieblichen Rechnungswesen und Controlling |
| Band | 187 |
Über Sebastian Schreiner
In light of current debates about introducing international accounting standards or effective debt limits, it seems necessary to clarify the goals, principles, and designs in municipal budget law. Budgetary balancing, as the central constraint for municipal elected officials and administrations, is well-suited for this purpose.
In the Free State of Thuringia, there is an option model that regards cash accounting and double-entry accounting budget balance as equal. However, it is questionable how these different regulations affect the unified regulatory objective of ensuring the continuous and intergenerational fulfillment of municipal tasks.
Based on theoretical considerations, the significance of budget constraints such as the debt brake and balanced budgets is explored. Fiscal discipline restricts, but only enables autonomous budgeting action. Furthermore, it aims to counteract the inherent tendencies toward mismanagement within the public sector. To analyze the divergent budget-balance regulations, applicable audit criteria are developed: Finality first considers the purposes of municipal budgeting and examines the compatibility of objectives and accounting concepts. The stringency looks at the concrete design of the budget-balance rules in accordance with § 22 ThürGemHV or § 18 ThürGemHV-Doppik. The valence examines the verifiability of compliance with the rule as well as enforceability through effective control and sanction mechanisms.
Even though the regulations for double-entry bookkeeping are generally better suited for balancing budgets, they remain insufficiently restrictive. Regardless of the unfair competition between cash-based and double-entry accounting, a higher degree of discipline is needed to secure the municipality’s capabilities for the future. Standardized relaxations for achieving a balanced budget should be eliminated.
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