Coverabbildung: Forschungsarbeit, „Christentum und Christsein“ von Gerhard Rottenwöhrer

Gerhard Rottenwöhrer Christentum und Christsein

Eine Einführung

In zwei Teilbänden

Hamburg 2026, 906 Seiten

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Zum Inhalt

Das Evangelium als Fundament: Eine Neubesinnung auf das Wesen des Christseins

In der Flut theologischer Einführungsliteratur scheint das Wesentliche oft aus dem Blick geraten zu sein. Während Standardwerke wie Hans Küngs Christ sein oder Karl Rahners Grundkurs des Glaubens weite Kreise ziehen, bleibt eine entscheidende Frage oft unbeantwortet: In welche Art von Christentum führen diese Schriften eigentlich ein? Die vorliegende Arbeit unternimmt den Versuch, diese Leerstelle zu füllen, indem sie das Evangelium konsequent als die Grundlage und Hauptsache alles Christlichen in das Zentrum der Betrachtung rückt.

Die Kritik: Das „Aschenputteldasein“ des Evangeliums

Eine kritische Sichtung der bedeutenden Entwürfe von Ratzinger, Rahner und Küng offenbart ein systematisches Defizit. Oft wird das Christentum entweder in philosophischen Abstraktionen (Rahner), in einer vagen Suche nach „Sinn“ (Ratzinger) oder in einer bloßen Fixierung auf den historischen Menschen Jesus (Küng) verhandelt. Das Evangelium als eigenständige, schöpferische Kraft und als normative Größe führt dabei oft nur ein „Aschenputteldasein“.

Besonders Hans Küngs Versuch, das Christentum als eine Weltreligion unter anderen einzuordnen, wird hier einer Revision unterzogen. Wer das Christentum lediglich als eine weitere „theistische Religion“ begreift, verkennt den tiefen Graben zwischen religiöser Selbsterlösung und der im Evangelium geoffenbarten Wahrheit. Christsein ist kein modifizierter Jesuanismus und kein bloßes moralisches Programm; es ist der von Gott bewirkte heilsgeschichtliche Fortschritt, der über die Religionen hinausweist.

Der methodische Weg: Klarheit durch Tradition und Exegese

Um dem Leser ein belastbares Bild des Christentums zu vermitteln, orientiert sich diese Einführung an einem bewährten dreischrittigen Weg:

  1. Die Erhebung des biblischen Befundes: Das Neue Testament wird nicht nur als Zitatquelle genutzt, sondern in seiner Tiefe erschlossen, um die zeitliche und sprachliche Distanz zur heutigen Lebenswelt zu überbrücken.
  2. Die systematische Durchdringung: In Anlehnung an die Klarheit eines Thomas von Aquin werden Begriffe präzise geschärft und Sachverhalte unterschieden, um die intellektuelle Redlichkeit des Glaubens zu wahren.
  3. Die Überwindung der „Betriebsamkeit“: Gegen die verbreitete kirchliche Neigung, das Evangelium unter einer Fülle gesellschaftlicher und praktischer Vorstellungen zu ersticken, wird die befreiende Kraft der Botschaft freigelegt.

Ein Werkzeug zur Unterscheidung

Dieses Buch ist aus einem römisch-katholischen Blickwinkel verfasst und nutzt den Reichtum dieser Tradition – insbesondere in den Fragen der Sakramente und der Ekklesiologie –, um ein umfassenderes Bild des Christentums zu zeichnen. Es versteht sich jedoch nicht als Einführung in das theologische Schrifttum, sondern als direkte Hinführung zur Sache selbst.

Der Leser gewinnt einen verlässlichen Maßstab, um zwischen dem eigentlichen Evangelium und den vielfältigen religiösen „Ersatzprodukten“ zu unterscheiden, die heute oft unter dem Label „christlich“ vermarktet werden. Es ist ein Plädoyer für ein Christentum, das seinen Boden im Evangelium findet und dort gedeiht – jenseits von bloßem Traditionalismus oder modischer Beliebigkeit.

Zielgruppe

Dieses Werk richtet sich an Promovierende, Hochschullehrende und theologisch interessierte Laien, die eine fundierte, methodisch saubere und inhaltlich profilierte Auseinandersetzung mit der Identität des Christlichen suchen. Es bietet jenen Orientierung, die sich nicht mit oberflächlichen Antworten zufriedengeben wollen, sondern bereit sind, sich der „Anstrengung des Begriffs“ und der Radikalität der biblischen Botschaft zu stellen.

Bibliografische Daten

Autor Gerhard Rottenwöhrer
Titel Christentum und Christsein
Untertitel Eine Einführung
Weitere Details In zwei Teilbänden
Seiten 906
Erscheinungsjahr 2026
Erscheinungsdatum 12.05.2026
Ort Hamburg
ISBN (Print) 978-3-339-14940-4
eISBN (eBook) 978-3-339-14941-1
Schriftenreihe THEOS – Studienreihe Theologische Forschungsergebnisse
Band 189

Über Gerhard Rottenwöhrer

Prof. Dr. Gerhard Rottenwöhrer ist katholischer Theologe und war über viele Jahre in Forschung und Lehre tätig. Nach dem Theologiestudium in Freising und München war er zunächst in der Pfarrseelsorge im Erzbistum München und Freising tätig, bevor er sich der wissenschaftlichen Arbeit widmete. 1982 wurde er promoviert, 1986 folgte die Habilitation im Fach Dogmatik.

Er wirkte als Hochschullehrer an der Ludwig-Maximilians-Universität München, zunächst als Akademischer Rat, später als Privatdozent und außerplanmäßiger Professor. Seine Forschung konzentrierte sich insbesondere auf die theologiegeschichtliche Entwicklung und Rezeption des Begriffs der „basileia tou theou“ sowie auf die Geschichte religiöser Bewegungen wie der Katharer. Mit seinen Arbeiten leistete er einen Beitrag zur differenzierten historischen und systematischen Erschließung theologischer Grundbegriffe.

2011 beendete er seine Lehrtätigkeit. Seine akademische Laufbahn ist geprägt von einem intensiven Interesse an theologischer Kontinuität und Wandel über die Jahrhunderte hinweg.

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