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Coverabbildung: Doktorarbeit, „Die polizeiliche Definitionsmacht in der Sicherheitsgesellschaft“ von Luis-Miguel Herrmann

Luis-Miguel Herrmann Die polizeiliche Definitionsmacht in der Sicherheitsgesellschaft

Eine Analyse zum Trend der Verpolizeilichung sozialer Probleme und den Möglichkeiten von Polizeireformen

Hamburg 2026, 372 Seiten

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Zum Inhalt

Wie entstehen gesellschaftliche Vorstellungen von Kriminalität? Wer entscheidet darüber, was als Gefahr, Ordnungskonflikt oder Sicherheitsproblem gilt? Solche Fragen stehen im Zentrum dieser Studie zur polizeilichen Definitionsmacht in der Sicherheitsgesellschaft.

Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass gesellschaftliche Problemlagen zunehmend unter sicherheits- und kriminalpolitischen Vorzeichen verhandelt werden und damit in den Horizont polizeilicher Bearbeitung geraten.

Der Autor untersucht den Trend der Verpolizeilichung sozialer Probleme. Gemeint ist ein Prozess, in dem Konflikte, Unsicherheiten und Formen sozialer Abweichung verstärkt als Fragen von Sicherheit, Ordnung und Kriminalität interpretiert werden. Die Polizei erscheint dabei nicht nur als ausführende Instanz staatlicher Kontrolle, sondern als Akteurin in komplexen Deutungszusammenhängen, in denen kriminalpolitische Diskurse, organisationale Wissensbestände und gesellschaftliche Erwartungen miteinander verschränkt sind.

Aus kriminalsoziologischen, diskurs- und organisationsanalytischen Perspektiven rekonstruiert die Studie dieses Zusammenspiel. Sie zeigt, wie polizeiliche Wissensbestände, organisationale Routinen und kriminalpolitische Diskurse zusammenwirken und dazu beitragen, bestimmte gesellschaftliche Problemlagen als polizeilich relevant zu markieren. Damit rückt die Arbeit die Polizei nicht nur als Institution, sondern als Bestandteil umfassender Sicherheitsordnungen und gesellschaftlicher Deutungskonstellationen in den Blick.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den institutionellen Bedingungen polizeilichen Handelns. Die Untersuchung zeigt, wie Polizeikultur, organisationale Selbstverständnisse und kriminalpolitische Erwartungshaltungen spezifische Formen der Problembearbeitung stabilisieren. Dadurch eröffnet sie eine neue Perspektive auf die Rolle der Polizei in der Sicherheitsgesellschaft und auf die Wechselwirkungen zwischen politischer Sicherheitsproduktion, polizeilicher Praxis und gesellschaftlichen Deutungsmustern.

Abschließend widmet sich die Studie den Möglichkeiten und Grenzen von Polizeireformen. Sie fragt, unter welchen Bedingungen Reformansätze wirksam werden können und wo organisationale Dynamiken, institutionelle Interessen oder kriminalpolitische Diskurse Veränderungen begrenzen.

Das Buch richtet sich an die kriminologische und sozialwissenschaftliche Forschung ebenso wie an Leserinnen und Leser, die sich für Polizei, Sicherheitspolitik und Kontrolle staatlicher Macht in Demokratien interessieren.

Bibliografische Daten

Autor Luis-Miguel Herrmann
Titel Die polizeiliche Definitionsmacht in der Sicherheitsgesellschaft
Untertitel Eine Analyse zum Trend der Verpolizeilichung sozialer Probleme und den Möglichkeiten von Polizeireformen
Seiten 372
Erscheinungsjahr 2026
Erscheinungsdatum 17.04.2026
Ort Hamburg
ISBN (Print) 978-3-339-14914-5
eISBN (eBook) 978-3-339-14915-2
Schriftenreihe CRIMINOLOGIA – Interdisziplinäre Schriftenreihe zur Kriminologie, kritischen Kriminologie, Strafrecht, Rechtssoziologie, forensischen Psychiatrie und Gewaltprävention
Band 51

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