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Coverabbildung: Dissertation, „Literatur und Revolte: Sturm und Drang und Arabischer Frühling“ von Salem Fares Massaoudi

Salem Fares Massaoudi Literatur und Revolte: Sturm und Drang und Arabischer Frühling

Hamburg 2026, 522 Seiten

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In Zeiten politischer Umbrüche und gesellschaftlicher Spannungen ist der Ruf nach Freiheit, Gerechtigkeit und Menschenwürde lauter denn je. Dieses Buch wagt den außergewöhnlichen Vergleich zwischen zwei Epochen, die auf den ersten Blick kaum miteinander verbunden scheinen, deren geistige und emotionale Energie jedoch verblüffend ähnliche Wurzeln hat: dem Arabischen Frühling und der deutschen Sturm-und-Drang-Bewegung des 18. Jahrhunderts.

Ausgehend vom Funken der Selbstverbrennung Mohamed Bouazizis, der eine Welle von Revolutionen im arabischen Raum auslöste, analysiert die Studie, wie sich der rebellische Geist dieser Zeit in der Literatur widerspiegelt – in der Wut über Unterdrückung, im Aufbegehren gegen Machtmissbrauch und in der Sehnsucht nach einem würdevollen Leben. Die Autorinnen und Autoren der arabischen Revolutionsliteratur stehen damit in einer überraschenden Nähe zu den jungen deutschen Dichtern des Sturm und Drang, die gegen gesellschaftliche Zwänge, Standesschranken und geistige Bevormundung kämpften.

Die Untersuchung bietet erstmals einen systematischen Vergleich beider Bewegungen und ihrer literarischen Ausdrucksformen. Sie beleuchtet Parallelen in Themen, Figuren und Motiven – von der Rebellion gegen Autoritäten über den Konflikt zwischen Ideal und Wirklichkeit bis zur existenziellen Melancholie des Scheiterns. Dabei werden Werke aus Tunesien, Ägypten und Syrien ebenso herangezogen wie klassische Dramen und Romane von Goethe, Schiller oder Lenz.

Diese Studie öffnet den Blick für die universal gültige Sprache des Aufbegehrens. Sie zeigt, dass Literatur, ob im 18. oder im 21. Jahrhundert, ein machtvolles Zeugnis menschlicher Sehnsucht nach Freiheit bleibt – und dass der Schrei nach Gerechtigkeit, einst in Weimar, heute in Tunis, Kairo oder Damaskus, dieselbe leidenschaftliche Stimme trägt.

Bibliografische Daten

Autor Salem Fares Massaoudi
Titel Literatur und Revolte: Sturm und Drang und Arabischer Frühling
Seiten 522
Erscheinungsjahr 2026
Erscheinungsdatum 19.02.2026
Ort Hamburg
ISBN (Print) 978-3-339-14744-8
eISBN (eBook) 978-3-339-14745-5
Schriftenreihe Schriften zur Vergleichenden Literaturwissenschaft
Band 6

Zum Autor

Salem Fares Massaoudi ist Sprach- und Literaturwissenschaftler. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der deutschen Literatur- und Sprachwissenschaft, insbesondere in der Linguistik (Spracherwerb, Phonetik und Morphologie, Sprachgeschichte, Neuro- und klinische Linguistik) sowie in der Literatur des Sturm und Drang, der vergleichenden Literaturwissenschaft und der Literatur des Arabischen Frühlings. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit Computerlinguistik und Künstlicher Intelligenz in sprachwissenschaftlichen Kontexten.

Er studierte Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft an der Universität Manouba (Tunesien) und schloss dort ein Masterstudium in Neuerer deutscher Literaturwissenschaft ab. Ein weiteres Masterstudium absolvierte er an der Philipps-Universität Marburg im Fach Linguistik mit Schwerpunkt Kognition und Kommunikation. Von 2015 bis 2024 promovierte er an der Universität Paderborn mit einer interkulturell ausgerichteten Arbeit zu literarischen Revolutionsdiskursen. Derzeit studiert er Klinische Linguistik. Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit arbeitet er seit 2016 als Dozent im Bildungsbereich.

Zur Entstehung des Buches

Ausgangspunkt dieses Buches sind die persönlichen Erfahrungen des Autors während der tunesischen Jasminrevolution und seine frühe wissenschaftliche Beschäftigung mit Revolution, Revolte und Freiheit. Angeregt durch akademische Mentoren in Tunesien sowie durch seine Forschungstätigkeit in Deutschland entwickelte sich das zentrale Anliegen, literarische Revolutionsbewegungen des Sturm und Drang mit den gesellschaftlichen Umbrüchen des Arabischen Frühlings vergleichend zu analysieren. Das Werk verbindet historische Literatur mit aktuellen politischen und kulturellen Transformationsprozessen und versteht sich als Beitrag zu einer reflektierten Auseinandersetzung mit Freiheit und gesellschaftlichem Wandel.

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