Coverabbildung: Dissertation, „Unternehmensbewertung für Apotheken“ von Jürgen Pracht

Jürgen Pracht Unternehmensbewertung für Apotheken

Defizite bisheriger Methoden und Neukonzeption

Hamburg 2025, 626 Seiten

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Zum Inhalt

Obwohl es auch in Deutschland eine sehr umfangreiche Forschung zum Thema Unternehmensbewertung gibt, existiert kaum Literatur zur Bewertung von Apotheken.

Das vorliegende Buch stellt zum einen wichtige Erweiterung in der betriebswirtschaftlichen Forschung im Bereich der Klein- und Mittelständischen Unternehmen (KMU) und ganz besonders für Apotheken dar. Zum anderen ist es sehr gut einsetzbar für Praktiker. Erstmals in der Forschung werden in diesem Buch sämtliche gängigen Bewertungsverfahren anhand einer zehnjährigen Ergebnisreihe einer realen Apotheke komplett durchgerechnet. Die Ergebnisse werden mit dem tatsächlich bezahlten Kaufpreis abgeglichen. Das ernüchternde Ergebnis ist, fast alle Standardverfahren, vor allem aber die vom Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland (IDW) präferierten, ermitteln i. d. R. deutlich zu hohe und nicht mehr finanzierbare Unternehmenswerte.

Diese Verfahren adressieren von ihrer Grundsystematik her nur börsennotierte Großunternehmen, welche aber lediglich ein Prozent der deutschen Unternehmen ausmachen. Den vollständigen Paradigmenwechsel hin zu inhabergeführten Kleinunternehmen, wie z. B. Apotheken, vermögen sie nicht abzubilden – auch nicht mit den vom IDW geforderten, meist subjektiv geprägten „Anpassungen“. In einer Multi-Case-Study werden die gefundenen Ergebnisse auf drei weitere reale Apotheken übertragen und so validiert.

Um die Defizite der bestehenden Verfahren zu vermeiden, wird daher ein neues Bewertungsverfahren aus Sicht einer finanzierenden Bank entwickelt, das sog. Kapitaldienstbudget-Verfahre. Es greift für Apotheken, aber im Grunde auch für alle anderen KMU. Das Verfahren ist nicht mehr kapitalmarktorientiert, sondern kapitaldienstorientiert. Entscheidend ist hier, wie viel Geld der potenzielle Erwerber, der bei Apotheken i. d. R. den Kauf zu 100 % mit Fremdmitteln tätigt, aus seinem zukünftigen unternehmerischen Ertragsüberschuss maximal für den Kapitaldienst aufbringen kann.

Das neue Verfahren integriert Unternehmensplanung und -bewertung und kann dazu auf eine einzigartige Sammlung bewertungsrelevanter Brancheninformationen zurückgreifen. Es baut auf den Grundanforderungen des IDW auf, vermeidet dabei aber die subjektiven Anpassungen und befolgt alle Grundregeln der Bewertungslehre. Es führt somit stets sicher zu einem Grenzpreis, der immer auch zugleich ein Einigungspreis sein kann, da er in allen Fällen auch finanzierbar ist.

Bibliografische Daten

Autor Jürgen Pracht
Titel Unternehmensbewertung für Apotheken
Untertitel Defizite bisheriger Methoden und Neukonzeption
Seiten 626
Erscheinungsjahr 2025
Erscheinungsdatum 27.11.2025
Ort Hamburg
ISBN (Print) 978-3-339-14676-2
eISBN (eBook) 978-3-339-14677-9
Schriftenreihe Schriftenreihe innovative betriebswirtschaftliche Forschung und Praxis
Band 587

Hier finden Sie Artikel des Autors, die in der Fachzeitschrift „Apotheke & Wirtschaft“ sowie in „PZ PRISMA“ erschienen sind:

Über Jürgen Pracht

Portrait Jürgen Pracht

Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften und Anglistik, das er mit dem Zweiten Staatsexamen abschloss, begann er seine berufliche Laufbahn als Gymnasiallehrer. Wenig später wechselte er in die Finanzbranche und absolvierte ein Traineeprogramm im Bereich Kredit und Firmenkunden bei der Bayerischen Vereinsbank AG. In den folgenden Jahren übernahm er dort unterschiedliche Aufgaben in Stabsfunktionen und der Kundenbetreuung.

Im Jahr 2002 gründete er innerhalb der HypoVereinsbank AG in Nürnberg das Heilberufe-Team, das er aufbaute und weiterentwickelte. Einen besonderen Schwerpunkt legte er dabei auf die Beratung von Apothekern. Insgesamt verfügt er über fast 25 Jahre Erfahrung in der Betreuung von Ärzt:innen, Zahnärzt:innen und Apotheken.

Mit dem Übergang in den „Un-Ruhestand“ Ende 2021 wandte er sich seiner Promotion zu. Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass der Apothekenmarkt in den letzten zwei Jahrzehnten einem tiefgreifenden Wandel unterlag: Während Zahl und Kaufinteresse junger Apotheker rückläufig sind, blieb die Bewertungspraxis im Wesentlichen unverändert. Standardverfahren wie die vom IDW empfohlenen Bewertungsmodelle, ursprünglich für Großunternehmen konzipiert, führen bei inhabergeführten Apotheken häufig zu unrealistisch hohen Werten.

Auf Grundlage seiner langjährigen Praxiserfahrung untersuchte er daher sämtliche gängigen Verfahren am Beispiel einer Muster-Apotheke, überprüfte sie in einer Multi-Case-Study und entwickelte schließlich ein neues, strikt an der Kapitaldienstfähigkeit orientiertes Modell. Dieses Verfahren bildet den Kern seiner Dissertation und des vorliegenden Buches.

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