Manon Heindorf Kinderpornographie im Ermittlungsverfahren
Eine Untersuchung materiell-rechtlicher Voraussetzungen und strafprozessualer Ermittlungsmaßnahmen
Hamburg 2025, 578 Seiten
[…] Heindorf legt mit dieser Dissertation eine Arbeit vor, die sich zum Standardwerk zu der Thematik entwickeln wird und weit über das Thema hinaus eine vorzügliche Enzyklopädie zum heutigen Stand KI- und insgesamt IT-basierter Ermittlungsmöglichkeiten darstellt.
Zum Inhalt
In den vergangenen Jahren ist kaum ein Bereich des Strafrechts so stark in den Fokus sowohl der öffentlichen Aufmerksamkeit als auch der politischen und rechtlichen Debatte gerückt wie der Komplex der Kinderpornographie.
Zahlreiche medienwirksame Fälle, sowie große Ermittlungskomplexe haben nicht nur eine breite gesellschaftliche Diskussion ausgelöst, sondern auch die Gesetzgebung zu wiederholtem Handeln veranlasst. Diese Entwicklungen zeigen, wie sehr dieses strafrechtliche Teilgebiet von Dynamik, öffentlichem Druck und fortschreitender technischer Entwicklung geprägt ist.
Gerade diese besondere Aktualität war für die Verfasserin Anlass, sich im Rahmen ihrer Arbeit intensiv mit diesem Themenfeld sowohl im materiell-rechtlichem als auch im strafprozessualem Kontext auseinanderzusetzen. Besonders relevant ist dabei die Frage, wie der Staat in einem so sensiblen wie technisch anspruchsvollen Bereich seine Strafverfolgungsaufgaben erfüllt, ohne dabei rechtsstaatliche Prinzipien zu unterlaufen oder Grundrechte zu verletzen.
Ein zentrales Anliegen der Untersuchung ist es, die vorhandenen Ermittlungsinstrumente der Strafverfolgungsbehörden systematisch darzustellen und zu analysieren. Dazu gehören unter anderem der Einsatz von digitalen Überwachungsmaßnahmen, die Auswertung von sichergestellten Datenträgern, internationale Kooperationen im Rahmen der Strafverfolgung sowie die Rolle spezialisierter Einheiten. Untersucht wird unter anderem, wie wirksam diese Instrumente im Kampf gegen kinderpornographische Inhalte tatsächlich sind – und welche Herausforderungen sich dabei in der praktischen Anwendung ergeben. Darüber hinaus liegt ein Fokus der Arbeit auf den technischen Aspekten, die in diesem Zusammenhang eine immer größere Rolle spielen.
Die rapide Entwicklung digitaler Kommunikationsformen, die Nutzung verschlüsselter Plattformen und anonymer Netzwerke wie das Darknet sowie die enorme Datenmenge, die im Zuge digitaler Ermittlungen anfällt, stellen die Behörden vor neue Aufgaben. Gleichzeitig werfen diese Entwicklungen komplexe rechtliche Fragen im Bereich effektiver Strafverfolgung und dem Schutz der Privatsphäre sowie im Bereich der strafprozessualen Anknüpfung des Einsatzes neuer Technologien auf.
In der Arbeit wird durch eine umfassende Auseinandersetzung mit den juristischen, technischen und praktischen Herausforderungen im Ermittlungsverfahren gegen Kinderpornographie ein differenziertes Bild der aktuellen Lage gezeichnet, sowie vorhandener Reformbedarf herausgearbeitet.
Bibliografische Daten
| Autorin | Manon Heindorf |
| Titel | Kinderpornographie im Ermittlungsverfahren |
| Untertitel | Eine Untersuchung materiell-rechtlicher Voraussetzungen und strafprozessualer Ermittlungsmaßnahmen |
| Seiten | 578 |
| Erscheinungsjahr | 2025 |
| Erscheinungsdatum | 19.12.2025 |
| Ort | Hamburg |
| ISBN (Print) | 978-3-339-14596-3 |
| eISBN (eBook) | 978-3-339-14597-0 |
| Schriftenreihe | Strafrecht in Forschung und Praxis |
| Band | 432 |
Rezensionen
[…] Heindorf legt mit dieser Dissertation eine Arbeit vor, die sich zum Standardwerk zu der Thematik entwickeln wird und weit über das Thema hinaus eine vorzügliche Enzyklopädie zum heutigen Stand KI- und insgesamt IT-basierter Ermittlungsmöglichkeiten darstellt.
[…] Die Arbeit überzeugt nicht nur durch ihre inhaltliche Tiefe, sondern auch durch ihre methodische Stringenz. Sie zeichnet sich durch eine klare Gliederung, eine sorgfältige Auswertung von Rechtsprechung und Literatur sowie eine verständliche Darstellung auch komplexer technischer Sachverhalte aus. Der wissenschaftliche Anspruch bleibt durchgehend gewahrt, ohne die praktische Nutzbarkeit zu beeinträchtigen. Zahlreiche Querverweise erleichtern die Orientierung im Werk und machen es auch als Nachschlagewerk nutzbar. Trotz der hohen dogmatischen Dichte bleibt die Darstellung überwiegend gut lesbar und nachvollziehbar. Für Leserinnen und Leser aus Verwaltung, Justiz und angrenzenden Bereichen bietet das Werk eine fundierte Orientierungshilfe zu einem rechtlich und gesellschaftlich hochsensiblen Themenfeld.
Zusammenfassende Bewertung:
Die Dissertation von Manon Heindorf stellt eine differenzierte und systematisch aufgebaute Untersuchung der strafrechtlichen und strafprozessualen Fragestellungen im Zusammenhang mit kinderpornographischen Inhalten dar. Die präzise dogmatische Durchdringung des § 184b StGB, die realitätsnahe Analyse digitaler Ermittlungspraktiken sowie die fundierte Einbindung europarechtlicher und verfassungsrechtlicher Dimensionen machen das Buch zu einem wissenschaftlichen Referenzwerk, das sich ebenso als Arbeitsgrundlage für die Praxis eignet.
[…] Für die kriminalpolitisch interessierte Leserschaft, aber insbesondere auch für mit Sexualstraftaten befasste Kriminalbeamte und Staatsanwälte, bietet die Arbeit […] einen instruktiven und praxisnahen Überblick über die tatsächlichen Ermittlungsrealitäten im Bereich der internetbasierten Kinderpornographiedelikte mit wissenschaftlichem Tiefgang.
[…] Gerade für Praktiker aus Justiz, Polizei und Strafverteidigung dürfte die Untersuchung deshalb von besonderem Interesse sein, da sie die dogmatische Analyse des materiellen Strafrechts mit einer fundierten Darstellung der tatsächlichen Ermittlungsarbeit verbindet und zugleich Reformüberlegungen zur Weiterentwicklung des rechtlichen Instrumentariums formuliert. Die Arbeit stellt damit einen wertvollen Beitrag zur aktuellen kriminalpolitischen Diskussion über den angemessenen rechtlichen und praktischen Umgang mit internetbasierter Sexualdelinquenz dar und ist […] obwohl es sich um eine Dissertation handelt, auch für Praktiker sehr lesenswert.
Über Manon Heindorf
Akademische Laufbahn

Manon Heindorf studierte Rechtswissenschaften an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn mit dem Schwerpunkt Kriminologie Nachdem sie das Erste juristische Staatsexamen am Oberlandesgericht Hamm abgelegt hatte, absolvierte sie ihr Referendariat am Landgericht Essen und legte im Jahr 2018 anschließend das Zweite juristische Staatsexamen im Justizministerium Nordrhein-Westfalen ab.
Von August 2018 bis Juni 2023 war Dr. Heindorf wissenschaftliche Mitarbeiterin an der FernUniversität in Hagen am Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht, Wirtschaftsstrafrecht und Internationales Strafrecht. In dieser Zeit promovierte sie zum Thema:
„Kinderpornographie im Ermittlungsverfahren – Eine Untersuchung materiell-rechtlicher Voraussetzungen und strafprozessualer Ermittlungsmaßnahmen“
In ihrer Dissertationsarbeit erforschte sie die materiell-rechtlichen und strafprozessualen Anforderungen bei Verfahren im Bereich Kinderpornografie – mit Fokus auf die Balance zwischen effektiver Strafverfolgung und rechtsstaatlichen sowie grundrechtlichen Grenzen. Ein Schwerpunkt war etwa die Analyse technologischer Ermittlungsinstrumente wie digitale Überwachungsmaßnahmen, forensische Datenauswertung, internationale Kooperation und die Herausforderungen verschlüsselter Kommunikation.
Beruflicher Werdegang
- Seit Mai 2019 ist sie als zugelassene Rechtsanwältin tätig.
- Im Juli 2019 eröffnete sie ihre eigene Einzelkanzlei mit ausschließlich strafrechtlichem Schwerpunkt.
- Seit Mai 2022 trägt sie den Titel Fachanwältin für Strafrecht.
- Ab Dezember 2023 war sie Lehrbeauftragte an der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen.
- Seit Januar 2024 ist sie Partnerin bei PRO REO Law Rechtsanwälte.
- Zusätzlich ist sie seit März 2024 Lehrbeauftragte an der FOM Hochschule Essen und seit September 2024 an der Hochschule für Polizei Baden-Württemberg tätig.
Ihr anwaltliches Wirken konzentriert sich bundesweit auf alle Aspekte des Strafrechts, insbesondere des Sexualstrafrechts sowie des Wirtschafts- und Steuerstrafrechts. Sie berät darüber hinaus Unternehmen in Compliance-Fragen, führt Inhouse-Schulungen durch und hält regelmäßig Vorträge im Bereich des Straf- und Strafprozessrechts.
Zur Entstehung des Buches / der Dissertation
Die Idee zu dieser Dissertation erwuchs aus Dr. Heindorfs langjähriger wissenschaftlicher und praktischer Beschäftigung mit sensiblen strafrechtlichen Deliktsfeldern, insbesondere im digitalen und sexualstrafrechtlichen Kontext. In zahlreichen Strafverfahren war sie mit Fällen konfrontiert, bei denen technische Fortschritte, Datenmengen und internationale Verflechtungen die klassischen rechtlichen Instrumente herausforderten. Dieser Spannungsbogen zwischen effektiver Strafverfolgung und Schutz rechtsstaatlicher Prinzipien führte sie dazu, die spezifischen materiellen und verfahrensrechtlichen Grenzen im Bereich Kinderpornographie systematisch zu untersuchen. Die Forschungsergebnisse dieser Arbeit wurden schließlich in diesem Buch präsentiert, um Theorie und Praxis stärker miteinander zu verknüpfen und Impulse für Rechtsprechung, Gesetzgebung und Strafverfolgung zu geben.
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