Manfred Heidler Musik in militärischen Kontexten: Militärmusik
Anmerkungen, Beiträge, Ergänzungen
Hamburg 2025, 394 Seiten
[…] Manfred Heidlers Sammelband zur deutschen Militärmusik bietet eine längst überfällige und wissenschaftliche Auseinandersetzung mit einem bislang vernachlässigten Forschungsfeld. Der Autor veranschaulicht, wie fundiertes, praxisnahes […]
Zum Inhalt
In dieser Publikation werden verschiedene Beiträge zum Thema Musik in militärischen Kontexten: Militärmusik in einem Sammelband zusammengefasst. Der Autor, selbst aktiver Militärmusiker und Musikwissenschaftler in unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern, hat dazu einige bereits früher und in anderen Sprachen veröffentlichte Beiträge überarbeitet und weitere als Anmerkungen und Ergänzungen angefügt.
Es handelt sich dabei um die Ergebnisse seiner eigenen langjährigen dienstlichen und privaten Forschungs- und Lehrtätigkeit mit dem Schwerpunkt vornehmlich auf deutscher Militärmusik in Vergangenheit, Gegenwart und ihrer zukünftigen Entwicklung. Darin eingeflossen sind seine Betrachtungen zu Wirken und Wirkung von Militärmusik als eigenständiger musikalischer Präsentationsform im Kontext ihrer zeitlichen und räumlichen Verortung in Streitkräften und Gesellschaft.
Musik in militärischen Kontexten und Militärmusik, eingebettet in »kriegerische Milieus« wie Krieg, asymmetrische Konflikte und die sog. »Kultur der Gewalt«, bilden immer noch ein weitgehend unbeachtetes Feld musikwissenschaftlicher Forschung. Einer interessierten Leserschaft bietet der Autor mit seiner Publikation neue Aspekte zur weiteren Betrachtung.
Bibliografische Daten
| Autor | Manfred Heidler |
| Titel | Musik in militärischen Kontexten: Militärmusik |
| Untertitel | Anmerkungen, Beiträge, Ergänzungen |
| Seiten | 394 |
| Erscheinungsjahr | 2025 |
| Erscheinungsdatum | 18.12.2025 |
| Ort | Hamburg |
| ISBN (Print) | 978-3-339-14412-6 |
| eISBN (eBook) | 978-3-339-14413-3 |
| Schriftenreihe | Studien zur Musikwissenschaft |
| Band | 59 |
Rezension
[…] Manfred Heidlers Sammelband zur deutschen Militärmusik bietet eine längst überfällige und wissenschaftliche Auseinandersetzung mit einem bislang vernachlässigten Forschungsfeld. Der Autor veranschaulicht, wie fundiertes, praxisnahes Wissen mit akademischer Rigorosität verbunden werden kann. Das Werk versteht sich nicht nur als eine Bestandsaufnahme, sondern als ein Plädoyer für die Anerkennung der Militärmusik als eigenständigen kulturhistorischen und musikwissenschaftlichen Forschungsgegenstand. Bemerkenswert ist Heidlers interdisziplinärer Ansatz […].
[…] Heidlers Studie überzeugt durch die kritische Auseinandersetzung mit der gängigen Abwertung der Militärmusik als bloße "Funktionsmusik" (u. a. S. 34) oder "schmetternde Staatsmusik" (S. 13) und argumentiert für ihre Bedeutung als Teil populärer Musikkultur, als identitätsstiftendes Element innerhalb der Streitkräfte und als klingende Symbolik staatlicher Macht. Die Präzisierung des Begriffs als ‘Musik in militärischen Kontexten‘ erweitert den Betrachtungshorizont, ermöglicht die Nutzung bislang unerschlossener Quellen, i. e. Tagebücher, Archivbestände, Fachpublikationen und stützt die wissenschaftliche Fundierung. Aufgrund des selbst gesetzten Rahmens konnten vergleichende internationale Perspektiven und vertiefte musikimmanente Analysen nur ansatzweise berücksichtigt werden.
Dennoch eröffnet der Band reichhaltige Anknüpfungspunkte für weitere interdisziplinäre Forschungsansätze und besticht durch Detailtiefe, konzeptionelle Klarheit und die gelungene Vermittlung zwischen militärischer Praxis und musikwissenschaftlicher Analyse.
Über Manfred Heidler
Dr. Manfred Heidler (*1960) ist gelernter Drucker. Von 1979 bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand 2023 war er Soldat im Militärmusikdienst der Bundeswehr und dort als Musiker, Kapellmeister und Musikwissenschaftler eingesetzt.
Ab Wintersemester 2007/08 bis 2023/24 hatte er zudem einen Lehrauftrag am Musikwissenschaftlichen Institut der Robert Schumann Hochschule in Düsseldorf mit Schwerpunkt Geschichte geblasener Musik / Militärmusik inne. Einladungen zu Gastvorträgen führten ihn an verschiedene Institutionen von Forschung und Lehre des In- und Auslandes.
Neben seinen dienstlichen und wissenschaftlichen Tätigkeiten war er musikalisch als Dirigent, Dozent und Tenorhornsolist aktiv. Einladungen führten ihn in die USA, nach England, Italien, Österreich, Finnland, Schweden, Norwegen, Ungarn und die Schweiz. Er ist Verfasser zahlreicher Artikel zur Instrumenten-, Militär- und Blasmusikgeschichte.
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