Doktorarbeit: Die jährliche Arbeitswanderung zur Hopfenernte in Spalt (1825–1965)

Die jährliche Arbeitswanderung zur Hopfenernte in Spalt (1825–1965)

Migrationssteuerung bei landwirtschaftlicher Saisonarbeit im 19. und 20. Jahrhundert am Beispiel einer Sonderkultur

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Schriften zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Band 37

Hamburg , 342 Seiten

ISBN 978-3-339-13502-5 (Print) |ISBN 978-3-339-13503-2 (eBook)

Zum Inhalt

Von der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zur Mitte der 1960er Jahre kamen jährlich Ende August Tausende Wanderarbeiter aus verschiedenen Regionen Bayerns, Deutschlands und aus dem Ausland zur Hopfenernte nach Spalt und versetzten damit das Anbaugebiet im südlichen Mittelfranken für zwei bis drei Wochen in eine Art Ausnahmezustand.

Das Buch thematisiert diese jährliche Arbeitswanderung zur Hopfenernte. Dabei wird zunächst die Zielregion der Wandermigranten und die Umstände ihres dortigen Arbeitsaufenthalts dargestellt. Das Hopfenanbaugebiet wird definiert, die Technik des Hopfenanbaus kurz vorgestellt, der Ablauf der Ernte sowie die Arbeits- und Lebensumstände während dieser Wochen nachgezeichnet und die wirtschaftliche Entwicklung des Hopfenanbaus sowie der des Hopfenhandels dargelegt.

Das darauffolgende Kapitel beschäftigt sich mit der Entwicklung des Angebots und der Nachfrage an Erntehelfern. Dabei werden auch die Maßnahmen gegen Arbeitskräftemangel sowie die unterschiedlichen Formen der Arbeitsvermittlung vorgestellt. Anschließend stehen die Wandermigranten selbst im Blickpunkt der Betrachtung. Sie werden hinsichtlich ihrer demografischen Merkmale wie Beruf, Alter, Familienstand, Geschlecht und Konfession genauer beleuchtet sowie ihre Herkunftsregionen herausgearbeitet. Dabei werden auch Wanderungssysteme zwischen Herkunftsorten und Hopfenproduktionsorten aufgezeigt. Ferner werden die Migranten hinsichtlich des Grades an jährlicher Mobilität klassifiziert.

Der nächste Hauptpunkt nimmt die öffentliche Sicherheit und Ordnung während der Erntezeit in den Fokus. Hierzu werden die maßgeblichen staatlichen und kommunalen Akteure zu deren Aufrechterhaltung vorgestellt und das für die Zeit der Ernte erlassene Regelungssystem analysiert. Darüber hinaus werden die Verstöße gegen dieses Regelsystem, die Täter und die Gegenreaktion der Sicherheitsbehörden thematisiert.

Im letzten Hauptpunkt werden schließlich anhand der in den vorausgegangenen Kapiteln gewonnenen Erkenntnisse zusammenfassend das Migrationssystem und das Wirken der institutionellen Akteure sowie das Handeln bzw. die Reaktion der Erntehelfer auf das System dargestellt.

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