Dissertation: Erwachsenenadoption als strategisches Instrument der Unternehmensnachfolge

Erwachsenenadoption als strategisches Instrument der Unternehmensnachfolge

Interdisziplinäre Schriftenreihe „Familienunternehmen“, Band 8

Hamburg , 352 Seiten

ISBN 978-3-339-13108-9 (Print)
ISBN 978-3-339-13109-6 (eBook)

Zum Inhalt

Das Vorhaben des Traditionsunternehmers Albert Darboven, den Erben des Jacobs-Imperiums Andreas Jacobs adoptieren zu wollen, hat ein Schlaglicht auf ein Instrument geworfen, das im Kontext der Unternehmensnachfolge von Familienunternehmen im Vergleich zu den sonstigen Nachfolgekonstruktionen wie „familieninterne“ Übergabe eher selten ist.

Wenn die Erwachsenenadoption mit der Nachfolge in Unternehmen in Zusammenhang gebracht wird, steht bislang häufig die Ersparnis von Erbschafts- und Schenkungssteuern im Fokus. Dabei scheint die Betrachtung in einem differenzierteren Licht angebracht. Denn bei der Unternehmensnachfolge speziell in Familienunternehmen geht es nicht nur um wirtschaftliche Aspekte. Familienunternehmen sind nicht nur ein wirtschaftliches asset, sondern ihnen kommt vielmehr auch ein sozio-emotionaler Wert zu; sie dienen als Lebenswerk der Unternehmerfamilie unter anderem als Identifikationsobjekt, weshalb klassischerweise eine „familieninterne Nachfolge“ gewünscht ist.

Aber welche Möglichkeiten bleiben, um neben dem wirtschaftlichen asset auch den sozio-emotionalen Wert des Familienunternehmens bei der Nachfolge zu erhalten, wenn zunehmend keine bzw. keine geeigneten Nachfolger vorhanden sind oder die potentiellen Nachfolger kein Interesse an der Fortführung des Familienunternehmens haben?

Lässt sich mit der Adoption eines Erwachsenen eine Nachfolge abbilden, die der klassischen familieninternen Nachfolge wertungsmäßig gleichsteht? Kann es insbesondere mit Blick auf die sozio-emotionalen Aspekte der Fortführung der bestehenden familiären Werte und der durch diese geprägten Unternehmenskultur in Familienunternehmen sittlich gerechtfertigt i. S. d. § 1767 I Hs. 1 BGB sein, einen Erwachsenen zu adoptieren, um so die Nachfolge in einem Familienunternehmen zu gestalten? Und wenn ja, ist es rechtlich in zulässiger Weise möglich Adoptierte von der Nachfolge in Familienunternehmen auszuschließen?

Um der Komplexität der Untersuchung dieser Fragen gerecht zu werden, wird ein interdisziplinärer Blickwinkel an der Schnittstelle zwischen Familienrecht, Gesellschaftsrecht, Erb- und Steuerrecht gewählt, der die über wirtschaftliche Aspekte hinausgehenden sozio-emotionalen Besonderheiten mit einbezieht.

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