Doktorarbeit: „Führer“, Verräter, entwertete Väter: Der König im deutschen Märchenspielfilm

„Führer“, Verräter, entwertete Väter: Der König im deutschen Märchenspielfilm

Eine figurenanalytische Betrachtung des Genres im „Dritten Reich“ und im Nachkriegsdeutschland

Schriften zur Medienwissenschaft, Band 50

Hamburg , 386 Seiten

ISBN 978-3-339-12710-5 (Print)
ISBN 978-3-339-12711-2 (eBook)

Zum Inhalt

Schon Siegfried Kracauer begreift Film als Medium, das „Gesellschaftliches in gleicher Weise widerspiegelt wie kanalisiert, verschleiert wie entschlüsselt“. Das bedeutet, dass Film und Gesellschaft untrennbar miteinander verbunden sind. Oder anders gesagt: Der Film verhält sich gleichnishaft zur Epoche, in der er entstanden ist.

Dieser Grundgedanke gilt auch für den deutschen Märchenspielfilm – obwohl das Märchen im eigentlichen Sinn als wirklichkeitsfremd gilt: Denn es spielt in einer hermetisch abgeriegelten Fantasiewelt. Gerade diese zeit- und ortsbezogene ‚Unschuld’ lässt Märchenfilme als unverfänglich, harmlos und ungefährlich erscheinen. Das sind sie aber nicht. Gerade mit der Inszenierung seiner Figuren ist das Genre in der Lage, Phänomene einer gesellschaftlichen Wirklichkeit bewusst oder unbewusst zu reflektieren.

Ob es dazu kommt, hängt von der Funktion der jeweiligen Figur im Rahmen der Narration und von den filmischen Mitteln ab: von der Bildebene, wie Ausstattung, Farbe oder Kamera, der Tonebene, wie Geräusche, Sprache oder Musik, sowie intertextuellen Verweisen auf andere mediale Kontexte. Deshalb geht die Arbeit im Kern der Frage nach, mit welchen filmischen Gestaltungsmitteln Figuren im Märchenfilm charakterisiert werden, sodass diese im Kontext ihrer Entstehungszeit und auf der Ebene möglicher Bedeutungsbildungen bewusst oder unbewusst weltanschauliche Tendenzen gleichnishaft erfassen.

Dabei fokussiert die Untersuchungauf einen begrenzten Untersuchungszeitraum bzw. historische Epochen des 20. Jahrhunderts, deren gesellschaftlicher Charakter besonders unterschiedlich ausfällt: das Märchenfilmkino im „Dritten Reich“ und im Nachkriegsdeutschland der frühen BRD und DDR bis 1965. Hierbei wird eine Figur in den Mittelpunkt gerückt, die „archetypisch“ für das Märchen ist: der väterliche König. Das Buch untersucht drei exemplarische Filmbeispiele in ihrem Kontext und zeigt, dass die Entstehungsepoche des Märchenfilms der Inszenierung ihren narrativen, ästhetischen und ideologischen Stempel aufdrückt.

Ihr Werk im Verlag Dr. Kovač

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