Doktorarbeit: Die außervölkerrechtliche Rechtssubjektivität indigener Gemeinschaften

Die außervölkerrechtliche Rechtssubjektivität indigener Gemeinschaften

Ihr koloniales Schicksal und Potential zur Bewältigung postkolonialer Konflikte

Studien zum Völker- und Europarecht, Band 174

Hamburg , 228 Seiten

ISBN 978-3-339-12186-8 (Print)
ISBN 978-3-339-12187-5 (eBook)

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Die Gebiete der heutigen Staaten Afrikas waren im 19. Jahrhundert Ziel des von den europäischen Mächten vorangetriebenen Kolonialismus. Erst 1960 erlangten die meisten afrikanischen Staaten Unabhängigkeit. Doch selbst nach der Dekolonisation zeitigen die Folgen des Kolonialismus ihre Wirkung. Mit der Dekolonisation übernahmen die afrikanischen Staaten das europäische Staatenmodell und die heutige Völkerrechtsordnung, die in ihrem Ursprung ebenfalls europäisch ist. Eine Überführung präkolonialer Herrschaftsstrukturen oder Rechtsordnungen der indigenen Gemeinschaften in die postkoloniale Unabhängigkeit der afrikanischen Staaten war unmöglich. Eine Folge dessen sind Legitimitätsdefizite. Diese Legitimitätsdefizite sind ein Grund für innere Spannungen, politische Unruhen und konfliktreiche Fragmentierungsbestrebungen, mit denen zahlreiche afrikanische Staaten konfrontiert sind.

Der Autor geht der Frage nach, ob Elemente einer präkolonialen außervölkerrechtlichen Rechtssubjektivität indigener Gemeinschaften bei der Bewältigung der Legitimitätsdefizite beitragen können. Dazu weist er im ersten Teil der Untersuchung die Existenz einer präkolonialen außervölkerrechtlichen Rechtssubjektivität und damit einhergehender inter gemeinschaftlicher Rechtsordnungen der indigener Gemeinschaften Afrikas nach.

Der Hauptteil der Studie erörtert die Auswirkungen des Früh- und Hochkolonialismus auf die präkoloniale außervölkerrechtliche Rechtssubjektivität indigener Gemeinschaften. Kern der Untersuchung sind die rechtlichen Beziehungen zwischen den Rechtsordnungen der indigenen Gemeinschaften und der Rechtsordnung der Kolonialmächte während des Kolonialismus. Neben der Staatenpraxis der europäischen Mächte beleuchtet die Arbeit dazu die Auswirkungen der zahlreichen Abkommen zwischen den Kolonialmächten und den indigenen Gemeinschaften sowie die Folgen der Kolonialverwaltung.

Im abschließenden Teil kehrt der Autor unter Berücksichtigung der zuvor gewonnenen Erkenntnisse zur Ausgangsfrage zurück und zeigt anhand zweier Beispiele auf staatlicher Ebene Möglichkeiten zur Bewältigung postkolonialer Legitimitätsdefizite auf.

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