Hans-Christoph Graf v. Nayhauss Wege mit Kafka – Wege der Literaturwissenschaft
Bio-bibliographische und literaturwissenschaftliche Annäherungen an ausgewählte Werke Franz Kafkas
Hamburg 2020, 256 Seiten
[…] Es ist ja nicht so leicht, zu diesem Autor noch Neues zu sagen. Aber genau dies ist Ihnen gleich mehrfach gelungen; ich denke u.a. an Ihre präzisen Überlegungen zum Motiv des Bösen, das so viel vom Guten weiß – während die Umkehrung dieses Satzes von Kafka (leider mit gutem Grund) negiert wird. Das führt weiter und tiefer – wenn doch alle Kafka-Interpreten so prägnant wären. […]
Zum Inhalt
Im Vorwort der „Wege mit Kafka“ schildert der Verfasser, wie Kafka-Texte ihm im Studium begegneten. Als Hochschullehrer versuchte er auf „Wegen der Literaturwissenschaft“ der interpretatorischen Ausweglosigkeit Kafkas gerecht zu werden, so dass in seiner Vorlesung die damals wichtigsten Thesen der Kafka-Bibliographie diskutiert wurden. In seinen Aufsätzen zeigt sich der Wandel literaturwissenschaftlicher Methoden von der Werkimmanenz bis zum Abschied vom Bemühen um eine Text-Aussage in der Biographik. Mit dem Blick auf die Kabbala gelingt es dem Verfasser schließlich, das ‚Geheimnis Kafka‘ ein wenig zu entschlüsseln.
Bibliografische Daten
| Autor | Hans-Christoph Graf v. Nayhauss |
| Titel | Wege mit Kafka – Wege der Literaturwissenschaft |
| Untertitel | Bio-bibliographische und literaturwissenschaftliche Annäherungen an ausgewählte Werke Franz Kafkas |
| Seiten | 256 |
| Erscheinungsjahr | 2020 |
| Erscheinungsdatum | 03.09.2020 |
| Ort | Hamburg |
| ISBN (Print) | 978-3-339-11912-4 |
| eISBN (eBook) | 978-3-339-11913-1 |
| Schriftenreihe | POETICA – Schriften zur Literaturwissenschaft |
| Band | 167 |
Rezensionen
[…] Es ist ja nicht so leicht, zu diesem Autor noch Neues zu sagen. Aber genau dies ist Ihnen gleich mehrfach gelungen; ich denke u.a. an Ihre präzisen Überlegungen zum Motiv des Bösen, das so viel vom Guten weiß – während die Umkehrung dieses Satzes von Kafka (leider mit gutem Grund) negiert wird. Das führt weiter und tiefer – wenn doch alle Kafka-Interpreten so prägnant wären. […]
[…] War in den 1950er-Jahren das Interesse einer christlichen Interpretation der Werke Kafkas recht groß gewesen, so ist es inzwischen eher einem dialogischen Verhältnis zu Kafka gewichen. Man hatte früher viel stärker die kabbalistische Tradition wahrgenommen, in welcher Kafka stand.
Das angezeigte Werk des Karlsruher Germanisten H.-Ch. Graf v. Nayhauss macht wieder auf diese kabbalistischen Einflüsse auf das Werk Kafkas aufmerksam.
[…] Es gibt wohl kein Ende der Kafka-Interpretationen, wie Kafka schon selbst voraussah. Was ist die richtige Interpretation? Die Analysen von H.-Ch. Graf v. Nayhauss regen dazu an, sich als Theologe wieder mit Kafka zu beschäftigen. […]
[…] Obwohl man den Eindruck erhalten könnte, dass die Beschäftigung mit Franz Kafka und seinem Werk durch eine Vielzahl an Publikationen ausgeschöpft ist, ist das Buch von Hans-Christoph Graf v. Nayhauss ein weiterer wichtiger Beitrag in diesem Diskurs und für alle, die sich mit dem Thema „Kafka“ beschäftigen eine wichtige wissenschaftliche Stimme, die eine explizite Perspektive auf konkrete Bereiche der Kafka-Forschung bietet. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass diese Publikation nur für Personen, die auf dieses Fachgebiet spezialisiert sind, bestimmt ist, allerdings kann das hier präsentierte Material durchaus fragmentarisch betrachtet und behandelt werden. Auch können Interpretationen konkreter Werke aufgesucht werden: Die kleine Fabel, Der Geier und die schon aufgelisteten: Das Urteil, Die Verwandlung, In der Strafkolonie oder Der Bau werden von Nayhauss genauer beleuchtet. Diese Veröffentlichung kann folglich sowohl für Fach als auch für Philologiestudierende interessant sein.
Über Hans-Christoph Graf v. Nayhauss

Hans-Christoph Graf von Nayhauss ist ein deutscher Literaturwissenschaftler und emeritierter Professor für deutsche Literatur und Literaturdidaktik. Er studierte Germanistik und Geschichte an den Universitäten Göttingen und Freiburg, promovierte im Anschluss an sein Staatsexamen und habilitierte sich später für deutsche Literaturgeschichte an der Universität Wrocław (Breslau).
Nach einer Tätigkeit im gymnasialen Schuldienst wurde er 1971 als Dozent an die Pädagogische Hochschule Karlsruhe berufen. Dort lehrte er ab 1976 als Professor bis zu seiner Emeritierung 2007 und war darüber hinaus bis 2017 als Lehrbeauftragter tätig. Im August 2026 begeht er sein 50-jähriges Professorenjubiläum.
Zu seinen wissenschaftlichen Schwerpunkten zählen Literaturdidaktik, Hermeneutik, Rezeptionstheorie, Literaturgeschichte, Gegenwartsliteratur sowie Interkulturelle Germanistik. Er gründete die Fachzeitschrift karlsruher pädagogische beiträge und initiierte die Forschungsstelle zur Rezeption und Didaktik deutschsprachiger Literaturen in nichtdeutschsprachigen Ländern, die er über viele Jahre leitete.
Gastprofessuren und Vortragsreisen führten ihn in zahlreiche Länder Europas, Amerikas, Afrikas, Asiens und Australiens. Im Rahmen internationaler Hochschul- und Forschungskooperationen engagierte er sich besonders in der Förderung akademischer Partnerschaften und wissenschaftlicher Nachwuchsprojekte.
Weitere Bücher des Autors
Aspekte deutscher Literaturdidaktik seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts
Ein Rückblick für die Zukunft
Hamburg 2026
Literaturansichten aus vier Jahrzehnten
Vorträge und Tagungsbeiträge zur Literaturwissenschaft, Literaturdidaktik und interkulturellen Germanistik
Hamburg 2023
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