Dissertation: Managementqualifikationen im Krankenhaus

Managementqualifikationen im Krankenhaus

Eine kompetenzorientierte Untersuchung über den Einfluss von Aus- und Weiterbildung im Top-Management auf den Unternehmenserfolg

Gesundheitsmanagement und Medizinökonomie, Band 53

Hamburg 2020, 374 Seiten
ISBN 978-3-339-11876-9 (Print), ISBN 978-3-339-11877-6 (eBook)

Ausbildung, Führungskräfte, Krankenhaus, Management, Managementqualifikationen, Medizinökonomie, Personalwirtschaft, Routinedaten, Weiterbildung

Zum Inhalt

deutsch | english

Weltweit wird in der Gesundheitswirtschaft das Ziel verfolgt, die Behandlungsqualität stärker zu fokussieren. Folglich wird auch im Zielsystem von Krankenhäusern eine noch stärkere Veränderung in Richtung Qualität und Patientennutzen stattfinden müssen. Der personellen Besetzung der Geschäftsführung kommt hierbei eine zentrale Bedeutung zu, da diese durch ihre Stellung und ihr Handeln den Unternehmenserfolg maßgeblich beeinflusst.

Regelmäßig wird deshalb der Vorschlag geäußert, CEO-Positionen im Krankenhaus verstärkt mit Medizinern zu besetzen. Die Annahme lautet, dass diese einen positiven Einfluss auf die Qualität ausüben, etwa aufgrund ihrer klinischen Expertise und höherem Vertrauen seitens der Mitarbeiter. Die Literatur empfiehlt zudem, die medizinische Ausbildung um eine Managementweiterbildung zu ergänzen. Den vielfältigen Erwartungen steht wenig belastbare Evidenz gegenüber.

Der Autor untersucht den Einfluss der CEO-Qualifikation auf den Unternehmenserfolg. Berücksichtigt werden Mediziner und Ökonomen sowie erstmalig Mediziner mit MBAs. Mit 370 deutschen Einrichtungen beinhaltet die Studie die weltweit größte Stichprobe. Erfasst wurden acht Qualitätsindikatoren, die finanzielle Leistung sowie die Patientenzufriedenheit. Die Ergebnisse wurden im Februar 2020 unter dem Titel „Physician-leaders and hospitals performance revisited“ in Social Science & Medicine veröffentlich.

Die Ergebnisse zeigen, dass keine der drei Qualifikationen den Managementaufgaben vollständig gerecht werden. So erzielen Ökonomen gegenüber Medizinern höhere Profitmargen und eine bessere Prozessqualität. Von Medizinern geleitete Einrichtungen erreichen hingegen eine höhere Patientenzufriedenheit und Ergebnisqualität. Eine Verringerung der Qualität oder Reputation nach MBA-Weiterbildung konnte nicht festgestellt werden. Demgegenüber entstehen Verbesserungen bei der finanziellen Leistung.

Aufbauend auf der gewonnenen Evidenz konnten mehrere Empfehlungen zur Optimierung der Aus- und Weiterbildungen abgeleitet werden. So sollte weniger der Inhalt von MBAs verändert werden, sondern in erster Linie eine bessere Verknüpfung zwischen Theorie und Praxis, eine zielgerichtetere Selektion der Teilnehmer sowie eine genaue Definition der Programm-Outcomes erfolgen.

Kontakt



Informationen über das Veröffentlichen wissenschaftlicher Arbeiten.

nach oben