Forschungsarbeit: Kompetentes Handeln im Jobcenter

Kompetentes Handeln im Jobcenter

Band I: Kompetenz aus Sicht der Grundsicherungsträger und Integrationsfachkräfte

Studien zur Berufs- und Professionsforschung, Band 40

Hamburg , 404 Seiten

ISBN 978-3-339-11854-7 (Print)
ISBN 978-3-339-11855-4 (eBook)

Rezension

[...] Der Autor greift wesentliche Aspekte der Realität auf und verdichtet sie zu einem Modell kompetenten Handelns im Jobcenter. […] Dabei wird deutlich, dass sich Kompetenzen von Integrationsfachkräften im Jobcenter stets im Spannungsfeld widersprüchlicher Erwartungen realisieren. Es wird verständlich, warum diese Tätigkeit keinesfalls trivial ist, sondern die Bewältigung komplexer Anforderungen beinhaltet. Diese Analyse steht im Kontrast zu den meist einseitig negativ gefärbten medialen Darstellungen der Jobcenter. Sie zeigt, dass die Arbeit der Integrationskräfte vielseitig, aber auch anspruchsvoll ist und dass ihr ein kritisches und kritikwürdiges Potenzial bereits aus ihrem gesetzlichen Auftrag heraus inhärent ist. [...]

Zum Inhalt

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Integrationsfachkräfte im Jobcenter haben die Aufgabe, die Fähigkeiten und Potenziale langzeitarbeitsloser Kunden zu erfassen. Sie sollen deren Hemmnisse aufarbeiten, sie zu Bildungsmöglichkeiten beraten und sie in Arbeit vermitteln. Das zu leisten ist herausfordernd, denn der Gesetzgeber verlangt von Integrationsfachkräften nicht nur, Kunden zu fördern, sondern sie auch zu fordern. Diese Dualität kann den Aufbau einer konstruktiven Arbeitsbeziehung von Integrationsfachkräften und Kunden erschweren. Hinzu kommt, dass die Veränderungen der Arbeitsorganisation im produzierenden Gewerbe wie auch in vielen Dienstleistungsberufen - hin zu mehr eigenverantwortlicher, projektbezogener und vernetzter Arbeit - bewirken, dass es für Langzeitarbeitslose immer schwieriger wird, Arbeit zu finden. Um sich dieser Herausforderungen annehmen zu können, müssen Integrationsfachkräfte die Kompetenzen ihrer Kunden systematisch herausarbeiten, den Arbeitsmarkt überblicken und mit Widerstand umgehen können. Sie müssen sich irritierbar halten und imstande sein, trotz der Widersprüche, die ihrer beruflichen Rolle inhärent sind, ein Arbeitsbündnis mit ihren Kunden einzugehen. Kurzum müssen Integrationsfachkräfte selbst kompetent sein, um Kompetenz erkennen zu können. Was aber meint das konkret? Was umfasst diese Kompetenz? Wer bestimmt, was kompetent ist? Und ist Kompetenz mittlerweile nicht zur bedeutungsleeren Worthülse verkommen? Dem wird im Text nachgegangen.

Im Anschluss an eine epistemologische Erläuterung dessen, was es meint, kompetent zu sein, wird geschildert, was die Bundesagentur für Arbeit als relevantes Kompetenzprofil für Integrationsfachkräfte in gemeinsamen Einrichtungen festgelegt hat. Danach wird mittels der Auswertung qualitativer Interviews mit 33 Integrationsfachkräften und 3 Teamleiterinnen aus 14 Jobcentern in 8 Bundesländern herausgearbeitet, was die Interviewten selbst als zentrale Kompetenzen benennen, um die Beratungs-, Vermittlungs- und Verwaltungsarbeit im Jobcenter gut leisten zu können. Ein fallübergreifendes Muster zeigt sich darin, dass das Gros der Interviewten eine positive Grundhaltung, Ambiguitätstoleranz, Pragmatismus, die Fähigkeit, Abstand zu halten, Arbeitsmarkt- und Berufskunde, Artikulationsfähigkeit, Gesetzeskunde, emotionale Intelligenz und Ignoranz als relevante Kompetenzfaktoren hervorhebt. Warum das so ist, was darunter verstanden wird und inwieweit diese Faktoren in der Kompetenzsystematik der Bundesagentur für Arbeit bereits Berücksichtigung finden, wird im Text dargelegt.

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