Doktorarbeit: Unternehmenskultur und Innovationsfähigkeit im Conscious Capitalism

Unternehmenskultur und Innovationsfähigkeit im Conscious Capitalism

Theoretische Ansätze und empirische Befunde am Beispiel der dritten Revolution der Automobilindustrie

Schriftenreihe innovative betriebswirtschaftliche Forschung und Praxis, Band 521

Hamburg , 224 Seiten

ISBN 978-3-339-11574-4 (Print)
ISBN 978-3-339-11575-1 (eBook)

Zum Inhalt

»Die deutschen Automobilhersteller befinden sich derzeit mitten in der 3. Revolution. Sie müssen sich von PKW-Anbietern zu Anbietern von nachhaltigen Mobilitätslösungen weiterentwickeln und die Komponenten des vernetzten und autonomen Fahrens mit den Komponenten der geteilten Mobilität und der Elektrifizierung der Fahrzeuge verbinden. Vor allem die Megatrends Nachhaltigkeit und Konnektivität treiben diesen disruptiven Wandel der Geschäftsmodelle weltweit voran und lösen bisherige Branchengrenzen auf. Gleichzeitig findet zu Beginn des 21. Jahrhunderts eine breite öffentlichen Diskussion über die mehr oder weniger vorhandene Führungsverantwortung von großen, global agierenden Unternehmen und ihren CEOs statt. Von diesen Diskussionen sind auch die deutschen Automobilhersteller wie Daimler, BMW und VW einschließlich AUDI betroffen. Der Diesel-Abgasskandal, der VW mehr als 30 Mrd. Euro gekostet hat, wirft beständig Fragen über die vorherrschende Ethik und Moral im „Big Business“ auf.

Besonders interessant und herausfordernd für die deutschen Automobilhersteller ist allerdings der Paradigmenwechsel auf Ebene der Geschäftsstrategien, die den Anspruch erheben, zukünftig nicht nur mehr Wert für die Shareholder, sondern für alle anderen Stakeholder zu schaffen wie Kunden, Mitarbeiter, Geschäftspartner sowie Umwelt und Gesellschaft. Der gemeinsam angestrebte Higher Social Purpose, der zum Beispiel von VW derzeit als shaping mobility for generations to come bezeichnet wird, dient der Integration der unterschiedlichen Anspruchsgruppen und nimmt über entsprechende unternehmerischen Visionen, Missionen undWettbewersstrategien immer konkretere Formen an. Die Führungsaufgaben liegen somit in der Verbindung von Social Purpose und Profit und in der Entwicklung einer Geschäftskultur, die neueWertesysteme in sich trägt. Diese neuen Wertesysteme wiederum sind mitentscheidend für die hohe Innovationskraft, welche die Unternehmen während der nachhaltigen digitalen Transformation entwickeln müssen. Nicht zuletzt hängt die zukünftigeWettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft zu einem großen Teil von der internationalen Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft der deutschen Automobilindustrie ab.

Die Forderungen nach einem Conscious Capitalism und nach von einem höheren Verantwortungsbewusstsein getragenen Geschäftsphilosophien werden im Umfeld dieser praxisnahen Management-Theorien immer eindringlicher hervorgebracht. Dies gilt umso mehr, als derWertewandel in der zivilen Gesellschaft im 21. Jahrhundert, besonders auch bei den Millennials, zur Entwicklung neuer komplexer Wertesysteme führt. Ein hochentwickeltesWertesystem stellt die TACTILE-Kultur dar, die Trust mitWerten wie Authenticity/Accountability, Caring, Transparency, Integrity, Loyality/Learning und Empowerment/Egalitarianism verbindet. In der deutschen Automobilindustrie werden diese Wertesysteme eher rudimentär in die Führungs- und Managementsysteme integriert. So liegt der Fokus oft eher auf Vertrauen und Loyalität. Ethische Prinzipien wie Integrität und vor allem Fürsorglichkeit (Caring) werden meistens nicht explizit erwähnt und gefördert. Auch wird die Wirkung komplexer Wertesysteme, die nicht nur eine Vertrauens-, sondern auch eine Verantwortungskultur in sich tragen, auf das Innovationsverhalten noch zu wenig verstanden. Geschäftserfolg und Geschäftskultur zu vereinen, stellt theoretisch wie praktisch eine große Herausforderung für die Management-Wissenschaft dar.

Herr Pfeil hat diese Herausforderung angenommen und mit Hilfe einer theoriegeleiteten empirischen Untersuchung erste wichtige Erkenntnisse gewonnen und dabei ein tieferes Verständnis für die komplexen Wirkungszusammenhänge entwickelt, die bei einer Verschmelzung von Geschäft und Ethik in einem dynamischen Wettbewerb eine große Rolle spielen.«

Prof. Dr. Margit Meyer

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