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Doktorarbeit: Stymphalos: Das Bild einer arkadischen Landschaft und ihrer Menschen in der antiken Literatur

Stymphalos: Das Bild einer arkadischen Landschaft und ihrer Menschen in der antiken Literatur

Schriftenreihe altsprachliche Forschungsergebnisse, Band 16

Hamburg 2020, 322 Seiten
ISBN 978-3-339-11348-1 (Print), ISBN 978-3-339-11349-8 (eBook)

Antike Literatur, Arkadien, Gräzistik, Hydrologie, Landschaft, Latinistik, Pindar 6. Olympische Ode, Stymphalischer See, Stymphalos

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Das arkadische Stymphalos ruft hauptsächlich eine Assoziation mit dem Mythos von Herakles und seinem Kampf gegen die Stymphalischen Vögeln, die ihr Unwesen am gleichnamigen Stymphalischen See trieben, hervor. Dieser Ort auf der griechischen Halbinsel Peloponnes wurde nicht nur als einer der Schauplätze von Herakles´ 12 Taten bereits von antiken Autoren für erwähnenswert befunden, sondern auch aufgrund weiterer Aspekte. Der Stymphalische See weist eine als eigentümlich empfundene Hydrologie auf, die kausal auf den geologischen Gegebenheiten der Peloponnes (Karstgestein) basiert: Aufgrund einer Katavothre (Schluckloch) schwankt der See jahreszeitlich in seiner Größe, und das Wasser, das durch die Katavothre im Boden verschwindet und unterirdisch weiterfließt, entspringt als Fluss Erasinos in der Nähe von Argos. Dieses Phänomen findet zuerst Erwähnung bei dem griechischen Historiker Herodot. Die Hydrologie des Stymphalischen Sees ist verbaut in verschiedenen Mythen: Herakles und die Stymphalischen Vögel; Artemis, der Jäger und die Hirschkuh; Arethusa und Alpheios. Letztere Mythen stehen im Kontext zur Göttin Artemis, die als Stadtgöttin von Stymphalos (Artemis Stymphalia) mit einem Tempel verehrt wurde, über den Pausanias berichtet. Kultisch interessant ist Stymphalos weiterhin aufgrund eines singulär in Stymphalos existierenden Herakultes, ebenfalls bei Pausanias genannt, der Hera in dreifacher Hinsicht als „unverheiratete Jungfrau“ (griech. Pais/Parthenos), „Ehefrau“ (griech. Teleia) und „Geschiedene/Witwe“ (griech. Chera) verehrt. Schließlich darf auch nicht der Kult der Metope, die die Hauptquelle für die Wasserspeisung des Stymphalischen Sees ist, unerwähnt bleiben. Die antike Stadt Stymphalos, die schon im homerischen Schiffskatalog unter dem arkadischen Kontingent, das zusammen mit dem übrigen Griechenland gegen Troja zog, genannt wird, war zudem Heimat zweier Olympiasieger namens Dromeus und Hagesias. Über letzteren hat Pindar eine Siegesode verfasst, in der, verwoben mit der Lobpreisung des Hagesias, ein Bild typischer Charakteristika von Stymphalos ersichtlich wird. Daher ist die sechste Olympische Ode ein Haupttext hinsichtlich der Frage, wie Stymphalos in den antiken Texten als Landschaft in physiogeographischer und humangeographischer Hinsicht repräsentiert ist. Ein literarisches „Wahrnehmungskonstrukt“ des Ortes bzw. der Gegend Stymphalos aus den Texten zu Stymphalos herauszuarbeiten ist das Anliegen dieses Buches. Dies wird erzielt durch die Kombination von philologischer Textanalyse mit definitorischen Kategorien und Kriterien der Geographie und Geologie.

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