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Der deutsche Imperialismus und der Wunsch nach einem „Platz an der Sonne“ in der Weltpolitik führten zu Kolonialismus, Ausbeutung, Chauvinismus, gelebtem Sozialdarwinismus und Morden an unzähligen Unterdrückten.
Die deutsche Kolonialpolitik wurde 1884/85 ein wesentlicher Bestandteil der Politik und Wirtschaft. Bismarck verlieh mehreren afrikanischen Gebieten (Deutsch-Südwestafrika, Deutsch-Ostafrika, Kamerun, Togo) sowie Deutsch-Neuguinea den Status deutsches „Schutzgebiet“. Innerhalb weniger Jahre wurden diese Gebiete in formelle Kolonien umgewandelt.
Die Erschließung von Absatzmärkten, aber auch die Absicherung von Rohstoffquellen, und damit die Zukunft der Wirtschaft und des Wohlstands hingen, so meinten viele Entscheidungsträger, von der Expansion Deutschlands nach Übersee ab. Die damit verbundene Missachtung der Kolonialgesellschaften kulminierte 1905/06 im ersten Völkermordversuch des 20. Jahrhunderts, als deutsche Kolonialtruppen die aufständischen Gesellschaften der Nama und Herero nicht nur militärisch besiegten, sondern auch in der Wüste dem Hungertod preisgaben.
Die Verbrechen der deutschen Kolonialherren in Kamerun werden nur mit halbherzigen Lippenbekenntnissen entschuldigt, wenn es dazu überhaupt kommt. Die rücksichtslose Landpolitik mit Zwangsumsiedlungen der deutschen Kolonialherren, die „Pazifizierung“ des Gebietes um den Kamerunberg, die Revolte mehrerer Ewondo- und Bane-Gruppen sowie die „Dahomey-Meuterei“ gelten als Chiffren der rassistischen Ausbeutungs- und Hegemonialpolitik mit oft mörderischen Folgen für die einheimische Bevölkerung.
Der Anyangkrieg und der Mpawmankukrieg gegen die indigene Bevölkerung war ein weiteres grausames Kapitel der deutschen Kolonialpolitik. 1906 und 1910 kam es im Gebiet des oberen Nyong zu den beiden sogenannten Maka-Aufständen, die ebenfalls blutig niedergeschlagen wurden und teilweise genozidähnlichen Charakter besaßen. Die Kolonialvergangenheit Deutschlands ist niemals richtig aufgearbeitet worden, wahrscheinlich sollte sie es auch nicht.
In dieser Forschungsarbeit von Michael Lausberg sollen Grundzüge der deutschen Kolonialpolitik in Afrika herausgearbeitet und analysiert werden. Die mörderischen Folgen dieser chauvinistischen Politik, dessen Folgen afrikanische Gegenden bis heute immer noch prägen, stehen ebenfalls im Mittelpunkt der Untersuchung genauso wie eine Darstellung der Geschichte der kolonialen Bestrebungen und den wichtigsten Figuren und Organisationen.
Bibliografische Daten
| Autor | Michael Lausberg |
| Titel | Deutsche Kolonialpolitik in Afrika |
| Seiten | 236 |
| Erscheinungsjahr | 2020 |
| Ort | Hamburg |
| ISBN (Print) | 978-3-339-11224-8 |
| eISBN (eBook) | 978-3-339-11225-5 |
| Schriftenreihe | Geschichtswissenschaftliche Studien |
| Band | 3 |
Zum Autor
Michael Lausberg, geboren in Linnich, ist Politikwissenschaftler und freier Publizist. Nach dem Abitur und dem Zivildienst studierte er Philosophie, Geschichte, Politik und Pädagogik in Köln, Aachen und Amsterdam. Es folgten Abschlüsse als Diplom-Pädagoge und M.A. sowie ein ergänzendes Studium der Interkulturellen Pädagogik an der Universität zu Köln. Im Jahr 2005 promovierte er mit einer Arbeit über den Reformpädagogen Kurt Hahn an der Universität Lüneburg; eine zweite Promotion zur Geschichte der extremen Rechten in Nordrhein-Westfalen schloss er 2011 an der RWTH Aachen ab.
Seit 2007 ist er am Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung tätig. Seine wissenschaftlichen Arbeiten befassen sich vor allem mit politischen und gesellschaftlichen Kontinuitäten, insbesondere in den Bereichen Rechtsextremismus, Antiziganismus, Migration und politische Theorie. Neben seiner Forschungstätigkeit veröffentlicht er regelmäßig als Autor zu historischen und gegenwartsbezogenen Themen.
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