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Double Burden of Diseases Among Adults in Rural Areas of Nigeria With Special Focus on Diabetes Mellitus Type 2

Schriftenreihe Gesundheitswissenschaften, Band 25

Hamburg 2018, 144 Seiten
ISBN 978-3-339-10126-6

Bewältigung, Diabetes Mellitus Typ 2, Doppelbelastung, Epidemiologie, Gesundheitssystem, Nigeria, Public Health, Selbstwahrnehmung

Zum Inhalt

deutsch | english

Die Doppelbelastung durch Krankheiten (Koexistenz von übertragbaren und nicht übertragbaren Krankheiten) ist eine große Herausforderung für die ländlichen Einwohner Nigerias. In Nigeria wie auch in anderen afrikanischen Ländern waren früher die häufigsten tödlichen übertragbaren Krankheiten: Malaria, Tuberkulose, HIV/AIDS u.a. In den letzten Jahren wurde eine höhere Prävalenz von nicht-übertragbaren Krankheiten (NCDs) wie Diabetes Mellitus, Herzerkrankungen, chronische Atemwegerkrankungen und andere beobachtet.

Die rasante Zunahme der Doppelbelastung durch Krankheiten stellt komplexe medizinische, psychologische und wirtschaftliche Herausforderungen dar für den Erkrankten wie auch für die Angehörigen, das medizinische Personal, das öffentliche Gesundheitswesen. Frühere Studien zur Doppelbelastung durch Krankheiten konzentrierten sich auf die alters- und geschlechtsspezifischen Belastungen und Risikofaktoren von NCDs sowie auf die Prävalenz einzelner NCDs und deren mögliche Assoziation mit Diabetes mellitus Typ 2 und übertragbaren Krankheiten.

Leider sind die Anzahl der Studien über die Wahrnehmung und Erfahrung des Patienten in Bezug auf die Doppelbelastung durch ihre Krankheit in den ländlichen Gebieten begrenzt. In dieser Studie, wurde untersucht, ob erwachsene Patienten aus den ländlichen Gebieten Nigerias, die an Diabetes mellitus Typ 2 erkrankt waren, die Doppelbelastung durch ihre Krankheit wahrnehmen bzw. erfahren. Darüber hinaus wurde untersucht, wie diese Patienten die Doppelbelastung durch Krankheiten bewältigen.

Dieses ist eine qualitative Studie, die auf einem fundierten Theorieansatz basiert. Neun Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 im Alter von 18 Jahren und älter wurden im Rahmen von semistrukturierten Interviews befragt, die in Obowo L.G.A im Bundesstaat Imo, Nigeria, stattfanden. Die Datenerhebung und -analyse wurde nach Strauss und Corbin (1990) vorgenommen. Die Interviews wurden in Igbo (der Hauptsprache der Interviewten) durchgeführt und später in die englische Sprache übertragen, gefolgt von einer Zeile-für-Zeile Codierung und einem ständigen Vergleich, um Themen zu identifizieren. Aus der Datenanalyse ergeben sich fünf Themen, die einige Praktiken in den ländlichen Gebieten aufzeigen, die angegangen und korrigiert werden müssen.

Solche Praktiken umfassen: die Wahrnehmung eines ersten Symptoms der Krankheit und ihre Auswirkungen sowohl für den Patienten als auch für den Gesundheitspersonal, das Verhalten nach medizinischer und anderer Hilfe zu suchen, beeinflussende Faktoren bei der Suche nach einer professionellen Gesundheitsversorgung, die Reaktion des Patienten auf die Diagnose und Behandlung und schließlich Management- und Bewältigungsstrategien der Patienten. Man kann durchaus in Frage stellen, ob die Ergebnisse dieser kleinen Studie für die gesamte Bevölkerung übertragbar sind.

Nichtsdestotrotz haben die Erkenntnisse dieser Untersuchung das Bewusstsein für die Notsituation der ländlichen Bewohner Nigerias geschärft, die mit der gleichzeitigen Belastung durch eine übertragbaren und eine nicht übertragbare Krankheit leben. Diese Studie empfiehlt daher unter anderem eine weitere Untersuchung der wichtigsten Ursachen und Prävention von nicht übertragbaren Krankheiten in ländlichen Gebieten. Es bedarf jedoch konkreter Maßnahmen sowie entwicklungsfähiger und effizienter kultureller Strategien, um insbesondere in den ländlichen Gebieten die Doppelbelastung durch Krankheiten bewältigen zu können.



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