Forschungsarbeit: Die Frauenbiografien des Ibn al-Ǧawzī

Die Frauenbiografien des Ibn al-Ǧawzī

Eine Übersetzung aus der Ṣifat aṣ-ṣafwa, der ‚Eigenschaft der Auslese‘

Ethisch-religiöses Verhalten, Frauen, Frauenbiografie, Frühzeit des Islam, Hagiografie, Ibn al-Gawzi, Islam, Mohammed, Muhammad, Muslimin, Prophet, Religiöse Vorbilder, Sufismus, Ṣifat aṣ-ṣafwa

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Hagiografische Bücher aus dem islamischen Mittelalter zählen zum religiös-traditionellen Kanon der muslimischen Welt. Sie werden nach wie vor gelesen und rezipiert; ihre Prägkraft für religiös-ethisches Verhalten und die gesellschaftliche Vorstellung darüber haben sie bis in die heutige Zeit nicht eingebüßt. Dies gilt auch für Texte, die sich mit religiösen Frauen und deren Biografien befassen.

Von der Anfangszeit des Islam an spielten Frauen eine wichtige Rolle als Unterstützerinnen der neuen Lehre. Vielen dieser frühen Protagonistinnen – Ehefrauen des Propheten Muḥammad und Frauen, die ihm nahestanden – wurde in islamischen Biografiesammlungen der Rang von Heiligen zugesprochen. In den nachfolgenden Jahrhunderten waren es vor allem die Asketinnen und Mystikerinnen, die das Interesse der Hagiografen erregten. Rābica al-cAdawiyya, die als eine der wenigen Frauen für ihre Gottesliebe in Ost und West Berühmtheit erlangt hat, gilt als der Prototyp der islamischen Mystikerin. Doch gab es eine ganze Reihe von Frauen, die ihr Leben Gott widmeten: Sie übten sich in frommer Askese, studierten die religiösen Wissenschaften oder wurden durch ihr unbestechlich ethisches Verhalten zum Vorbild für ihre Geschlechtsgenossinnen.

Der bekannte Gelehrte und Prediger des 12. Jahrhunderts aus Bagdad, Ibn al-Ǧawzī, hat diesen Frauen in seiner Ṣifat aṣ-ṣafwa, in der er über 1.000 Biografien von hervorragenden Männern und Frauen versammelt, ein Denkmal gesetzt. Dieses Buch bringt erstmals die Übersetzung dieser Frauenbiografien aus dem Arabischen ins Deutsche. Sie bleibt so nah am Text wie möglich und möchte in einer einfachen und klaren Sprache eine Welt erschließen, die auf den westlich-geprägten säkularen Leser von heute oftmals mysteriös und befremdlich wirken mag.



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