Neurophysiologische, somatosensorische und emotional-perzeptive Aspekte zum Burnout-Syndrom

Studien zur Stress­forschung, Band 38

Hamburg 2018, 204 Seiten
ISBN 978-3-339-10042-9

Alexithymie, Burnout, Burnout-Syndrom, Depression, Emotionsverarbeitung, Herzratenvariabilität, Schmerzwahrnehmung, Stress, Traumatisierung

Zum Inhalt

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Das Burnout-Syndrom ist heute in Gesellschaft und Medien allgegenwärtig. Es gilt als arbeitsbedingte Stresserkrankung, die durch einen anhaltenden Erschöpfungszustand, emotionale Abflachung und Leistungsbeeinträchtigung gekennzeichnet ist. Aufgrund fehlender diagnostischer Leitlinien ist das Interesse an einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Thematik aber eher gering. Somit wird das „Phänomen Burnout“ oftmals als Modediagnose unserer leistungsgeprägten Arbeitswelt abgetan. Der steigende Behandlungsbedarf arbeitsbedingter Erschöpfungsreaktionen zeigt jedoch ein anderes Bild. Nicht zuletzt die hohen sozioökonomischen Folgen der Erkrankung verdeutlichen die Notwendigkeit, das Burnout-Syndrom in seiner Ätiologie und Phänomenologie besser zu verstehen. Bislang ist noch unzureichend geklärt, welche individuellen, prädisponierenden Faktoren neben der aktuellen Arbeitssituation bei der Entwicklung einer Burnout-Symptomatik eine Rolle spielen.

Die Autorin untersucht in ihrer Studie das Burnout-Syndrom im Hinblick auf metakognitive, somatosensorische und vegetative Parameter an einer Stichprobe von Betroffenen. Zunächst werden deskriptive Aspekte zur Lebens- und Arbeitswelt beleuchtet sowie psychopathologische Charakteristika des Burnout-Syndroms eruiert. Den Fokus bildet die Untersuchung von Emotionsverarbeitung, Schmerzwahrnehmung und Stressregulation. Insbesondere wird der Frage nachgegangen, ob frühkindlich veranlagte emotionale Defizite eine Burnout-Entwicklung begünstigten. Dabei wird auch der Einfluss von Traumaerfahrungen berücksichtigt. Eine dysfunktionale Selbstwertregulation als mögliches Krankheitsmodell wird diskutiert.

Das Studiendesign schließt neben einer Experimentalgruppe mit Burnout-Symptomatik auch eine klinische Vergleichsgruppe mit typischen Depressionen sowie eine gesunde Kontrollgruppe ein. Die Untersuchung soll dazu beitragen, äußere und individuelle Faktoren einer Burnout-Entwicklung zu konkretisieren und dem tatsächlichen Krankheitswert des Syndroms näher zu kommen.



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