Dissertation: Verhaltenswissenschaftlich fundierte Interventionsstrategien im Kontext der Energiewende

Verhaltenswissenschaftlich fundierte Interventionsstrategien im Kontext der Energiewende

Eine Analyse am Beispiel der Elektromobilität

IPMB – Beiträge zur Psychologie, Band 2

Hamburg 2018, 370 Seiten
ISBN 978-3-339-10002-3

Behavior Change, Behaviorism, Behaviorismus, Choice Behavior, Climate Change, Electric Car, Elektroauto, Elektromobilität, Energiewende, Environmental Psychology, Interventionsstrategie, Klimawandel, Marktforschung, Operant Conditioning, Operative Konditionierung, Psychologie, Umweltpsychologie, Verhaltensänderung, Verhaltenswissenschaft, Wahlverhalten

Zum Inhalt

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Für viele gesellschaftliche Problembereiche sind Interventionen zur Veränderung individuellen Verhaltens relevant. Doch die etablierten Konzeptionen von Interventionsstrategien haben ihre Schwächen: Während die Einstellungsforschung mit der Einstellungs-Verhaltens-Lücke hadert, stößt der Rational-Choice-Ansatz an seine Grenzen, wenn Verhalten nicht anhand rationaler Informationsverarbeitungsprozesse zu erklären ist. Diese Untersuchung präsentiert auf Basis einer verhaltenswissenschaftlich fundierten Perspektive einen Gegenentwurf zu diesen klassischen theoretischen Ansätzen. Das Vorgehen wird exemplarisch durch eine Verhaltensanalyse des Kauf- und Nutzungsverhaltens bezüglich eines Elektroautos demonstriert. In diesem Rahmen wird ein neuartiger Ansatz der Kategorisierung von Personen anhand zentraler Verhaltenssteuerungsmechanismen präsentiert. Hieraus wird u.a. die Hypothese abgeleitet, dass sich Personen in Abhängigkeit davon, wie sie Kontingenzen der Elektromobilität erfahren haben, bezüglich ihres Verhaltens und ihrer Gewichtung von Konsequenzen unterscheiden. Diese Annahme wird anhand von Befragungsdaten überprüft, welche aus über 30 Projekthaushalten stammen, die über einen fünfjährigen Zeitraum zwei unterschiedliche Elektroauto-Modelle fuhren. Zudem wurde eine Vergleichsstichprobe mit Haushalten gewonnen, die kein Elektroauto besaßen. Die Ergebnisse zeigen, dass Teilnehmer mit Nutzungserfahrung häufiger Vorteile eines Elektroautos nennen und einen höheren Kaufpreis für ein Elektroauto zahlen würden. Mit Hilfe einer Choice-Based-Conjoint-Analyse wird u.a. dargelegt, dass für die Projekt-Stichprobe die Reichweite und für die Vergleichsstichprobe die Verbrauchskosten das jeweils höchste Bedeutungsgewicht für eine Kaufentscheidung hat. Aus den theoretischen und empirischen Erkenntnissen werden Interventionsstrategien entwickelt, um die Wahrscheinlichkeit der Wahl für ein Elektroauto zu erhöhen. Der vorgestellte Ansatz hat vielversprechendes Potential, um Verhalten wirksam erklären, vorhersagen und verändern zu können.



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