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» Akribische morphosyntaktische und semantische Analysen der Wortbildung (Kap. 2,3) führen zu sehr interessanten, bislang geltende Thesen z.T. wiederlegenden Erkenntnissen, z.B. über die Interaktion von Syntax und Lexikon, über Bildungspräferenzen und -restriktionen sowie über Unterschiede zwischen phrasaler und nichtphrasaler Wortbildung.
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Germanistik, Band 48 (2007) Heft 1-2
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Zum Inhalt:
Die Studie stellt die umfassendste und fundierteste Untersuchung zu neueren Phänomenen der deutschen Wortbildung dar, die zusammenfassend als "phrasale" Wortbildung bezeichnet werden. Dabei untersucht die Verfasserin auf der Grundlage ausschließlich belegten Datenmaterials Wortbildungsmuster der Phrasenkomposition, Phrasenderivation und Phrasenkonversion (z. B. ätherisches-Öl-haltige Drogen; Eis-am-Stiel-Produzenten, die Allein-vor-sich-hin-Promoviererei, Unmittelbare-Konstituenten-Strukturen, Nach-außen-Verlagerungen; Zu-früh-Aufsteher, die Zukurzgekommenen, ein Mehr-als-Sechszylinder, ein Ersatz-Großer-Bruder, Spinat-aus-dem-Glas-farbene Wasserratten, Ausschließlich-auf-Sprache-Angewiesenheit, Mehr-als-Zweistelligkeit von Konjunktionen).
Die linguistische Analyse umfasst sowohl morphologische bzw. morphosyntaktische als auch semantische Aspekte und beleuchtet das Zusammenspiel von Syntax und Morphologie. Die sprachdidaktisch ausgerichtete Untersuchung im zweiten Teil der Studie geht zudem auf orthographische, pragmatisch-kommunikative und textfunktionale Vermittlungsaspekte (Wortbildungslehre) ein, die sowohl für Lehrende in der Schule und Hochschule als auch für Deutsch-als-Fremdsprache-Lernende von Interesse sind.
Die Verfasserin zeigt u. a. Restriktionen auf, denen Phrasen als Bestandteile von Komposita, als Basen von Derivationsprozessen und im Hinblick auf Konversionen unterliegen. Sie arbeitet die Prinzipien phraseninterner Kasusrealisierung, Flexionswahl und Fugenelementrealisierung heraus. Durch kontrastive Vergleiche mit dem Englischen, in dem phrasale Wortbildungsmuster an der Syntax-Morphology-Interface seit jeher produktiv sind, werden Unterschiede und Gemeinsamkeiten aufgezeigt. Die Untersuchung umfasst eine fundierte Subtypenbildung der phrasalen Wortbildung, wobei u. a. Phrasenkomposita mit links- und rechtsperipheren Phrasen, phrasale Derivationen mit Suffixen, Suffixoiden, Präfixen und Zirkumfixen und phrasale Konversionsmöglichkeiten untersucht werden. Es wird ferner der Frage nachgegangen, in welchem Verhältnis Wortbildungstypen, die traditionell als Rektionskomposita und Zusammenbildungen bezeichnet werden, zu Phrasenderivationen und Phrasenkompositionen stehen.
Schlagworte
Sprachdidaktik,
Wortbildungslehre,
Morphologie,
Syntax,
Morphosyntax,
Deutschunterricht,
Sprachwissenschaft,
Linguistik
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Rezension
Germanistik, Band 48 (2007) Heft 1-2
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Unter phrasaler Wortbildung werden in der Arbeit [...] unterschiedliche Typen der Phrasenkomposition (Kauf-mich-Kunst, grüner-Punkt-berechtigt), Phrasenderivation (ein Goldene-Eier-Leger, Vogel-Strauß-artig) sowie Phrasenkonversion (das Seid-nett-Zueinander) zusammengefaßt. Deren zunehmende Beliebtheit im Deutschen begründet die Verf. mit dem engl. Einfluß und mit Ökonomie- und Verdichtungsbedürfnissen bei der Textproduktion. Akribische morphosyntaktische und semantische Analysen der Wortbildung (Kap. 2,3) führen zu sehr interessanten, bislang geltende Thesen z.T. wiederlegenden Erkenntnissen, z.B. über die Interaktion von Syntax und Lexikon, über Bildungspräferenzen und -restriktionen sowie über Unterschiede zwischen phrasaler und nichtphrasaler Wortbildung. In einem abschließenden didaktischen Teil (Kap. 4) werden Möglichkeiten einer lehrplangerechten Vermittlung der Untersuchungsergebnisse im Deutschunterricht an Gymnasien gezeigt, und zwar am Beispiel von phrasalen Wortbildungen aus juristischen und fiktionalen Texten sowie aus Werbetexten. Für alle Beispiele wird die Belegstelle angegeben, auf die entsprechenden Volltexte kann man allerdings nicht zugreifen.
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Irmhild Barz, Leipzig
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