Zum Inhalt:
Als sich nach dem Bau des Hochdammes „Sadd el-Ali“ in Aswan der
Verlust etlicher wichtiger altägyptischer Altertümer herauskristallisierte,
hervorgerufen durch das daraus resultierende Stauwasser, war man um
eine einmalige Rettungsaktion dieses Weltkulturerbes bemüht. Auf der
Liste, die all die Monumente beinhaltete, welche zur Rettung vorgese-
hen waren, war auch dieser kleiner Felstempel aus Abu ‘Oda verzeich-
net.
Herausgeschlagen aus einer Sandstein-Felsformation des Gebel Adda, in
der Nähe eines Dorfes, Abu 'Oda genannt, wurde er am Ostufer des Nils
etwa fünf Kilometer südlich von Abu Simbel zwischen dem ersten und
zweiten Katarakten vom Pharao Haremhab tp. 18. Daynastie errichtet.
Ob der gesamte Felstempel versetzt wurde, ist heute noch unklar. Bis
dato kann ihm nur ein Türsturz sicher zugeordnet werden, der sich heu-
te im New Nubian Museum in Aswan befindet.
Erwähnungen und Darstellungen vom Speos finden sich in Tagebüchern
von Abenteurern und Reisenden aus dem 19. Jahrhundert sowie in
wichtigen ägyptologischen Standartwerken aus dem 20. Jahrhundert.
Genannt seien hierbei die Aufzeichnungen von der berühmten franzö-
sischen Expedition unter Napoléon in Champollion, J.-F., Monuments
de l'Egypte et de la Nubie, Vol. I (Paris 1835), Kopien von Bild und
Schrift bei Lepsius, K. R., Denkmaeler aus Aegypten und Aethiopien,
Bd. III (Leipzig 1913) und Porter, B./Moss, R. L. B., Topographical
Bibliography of Ancient Egyptian Hieroglyphic Texts, Reliefs and
Paintings, Bd. IV (Oxford 1934), sowie erste schwarz-weiß Fotografien
bei The Oriental Institute; The 1905-1907 Breasted Expeditions to
Egypt and the Sudan.
Bei der intensiven Auseinandersetzung mit diesem Denkmal stellt sich
heraus, dass dieser kleine Speos für die Forschungsgeschichte der
Ägyptologie wichtige Ergebnisse in Architektur und Ikonographie liefert
und daher als ein wichtiges Denkmal einzustufen ist, denn etliche Ele-
mente werden in einem neuen Zusammenhang präsentiert und somit
kann eine programmatische Neukonzeption angenommen werden, die
in der Ramessidenzeit weitergeführt wird.
Schlagworte
Tempel,
Architektur,
Ramessiden,
Abu Simbel,
Ägyptologie,
Archäologie,
Pharao,
Haremhab
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